Archiv für Oktober, 2010

Good bye Australia (Warrnambool – Halls Gap – Melbourne)

Ja, das wars dann also mit Australien. Wahnsinn, ist die Zeit schnell vergangen.

Und Dank Russ und Mary, meinen beiden letzten Gastgebern in Melbourne, hatte ich einen perfekten Abschluss! Danke schonmal auf diesem Wege – ich werde Euch nie vergessen!

Von Warrnambool, dem letzten Ort der Great Ocean Road ging es mit dem Bus nach Halls Gap. Danke Johnny, dass du mich zur Bushaltestelle gefahren hast. Waere ein ganz schoenes Stueck zu Laufen gewesen! Das ist ein kleines Kaff mit dem teuersten Supermarkt Australiens (ein Becher Philadelphia fuer ca. 6,00 EUR!!) im Grampians National Park. Dort checkte ich zunaechst im luxurioesesten Hostel Australiens ein – dem dortigen YHA. Das hatte eine riesige Kueche mit 4 Herden, zwei Aufenthaltsraeume mit Kaminfeuer (!!!), riesige Zimmer mit sogar eigenem Licht bei jedem Bett. Wahnsinn! Aber da es mir zu teuer war wechselte ich in eines der nettesten Hostels Australiens – Tims Place.

(Aussicht bei the Pinnacles)

(Aussicht bei the Pinnacles)

Das hatte nicht viel Luxus, aber eine sehr nette Atmosphaere. Und Megan, „the Showmaster“ wie sie sich selbt bezeichnet hat, war wirklich super nett! Es macht nicht jeder, dass er die Gaeste um 7 Uhr morgens kostenlos auf eine 3 Stunden Tour zum Sonnenaufgang und zu den wichtigsten Sehenswuerdigkeiten des Nationalparks bringt.

Herzlichen Dank Megan  – war geil bei dir!

Im Grampians bin ich auf ein paar Wanderungen gegangen und habe viel Zeit zum lesen genutzt. Im YHA fand ich ein neues Buch (Echo der Schuld). Endlich wieder was zum lesen und das Buch ist wirklich gut! Aber bald habe ich mit meinem Neuseeland Lonely Planet ebenso viel zu lesen!

Chatauqua Peak im Grampiens National Park

Chatauqua Peak im Grampiens National Park

Tja und das mit der kleinen Welt hatten wir doch schonmal, oder? Hier ein neues Beispiel: Als ich von den Pinnacles – einem der bekanntesten Punkte des Nationalparks – zurueck zum Hostel ging (Megan schmiss mich am dortigen Parkplatz nach unserer Sonnenaufgangsrunde: Reeds Lookout – The Balconies – Mackenzie Falls raus) haelt ploetzlich ein Wagen auf der Strasse. Und wer sitzt drin – Nina und Johnny. Und wo wohnen sie – natuerlich ebenfalls in Tims Place… Kein weiterer Kommentar :-)

(ich bei den Mackenzie Falls)

(ich bei den Mackenzie Falls)

Megan bot mir auch noch an, mich nach Melbourne mitzunehmen, aber im Auto sei nicht viel Platz – kleines Auto, schon zwei andere Mitfahrer, Laptop, Drucker, Hund und das ganze Gepaeck… Also entschied ich mich schnell dafuer, mit Nina und Johnny zu fahren, die gluecklicherweise am selben Tag nach Melbourne fahren wollten. Danke euch zweien fuers mitnehmen!

(The Balconies im Grampiens)

(The Balconies im Grampiens)

In Melbourne verbrachte ich zwei Naechte im YHA (ebenso luxurioes und sauber, aber sehr anonym durch die enorme Groesse).  Am zweiten Tag rief ich Russ – meine Bekanntschaft aus Fraser Island – wie abgesprochen zuhaus an und bat um „Unterkunft“. Er freute sich sehr und wir verabredeten uns fuer den darauf folgenden Tag (Sonntag).

Er holte mich direkt vorm Hostel ab und brachte mich zuerst zu seinem Sohn Walter (+Frau Katie und Enkel Ruben), wo es den ersten richtigen Kaffee seit ca. 1 Monat gab – herrlich. Weiter gings zu Russ und Mary nach Haus. Dort warteten schon Lucy, Daisy und Mick – die drei Hunde des Hauses. So klein wie sie waren, so verspielt waren sie auch. Damit war schonmal stetige Action gesichert… :-)

In den folgenden vier Tagen hatte ich das Paradies auf Erden. Ich wurde verwoehnt wie im 5-Sterne-Hotel. Ich hatte ein riesiges, eigenes Zimmer. Ich wurde staendig bekocht und mit Suessigkeiten zugeschuettet. Tee, Kaffee, Kuchen, Kekse, Schokolade, Bananen, Aepfel, Mandarinen usw. gabs sowieso den ganzen Tag…

Ausserdem gabs ne kostenlose Stadtfuehrung durch Melbourne und den „lonely Planet New Zealand Abholservice“, mit dem ich mal locker 30 AUD gespart hab. Mit anderen Worten habe ich einen LP New Zealand, der bei ebay angeboten wurde, zusammen mit Russ in der Nachbarschaft abgeholt – das Angebot hat er uebrigens auch noch so nebenbei fuer mich gesucht…

Als Gegenleistung musste (durfte) ich einmal mit den Hunden ausgehen…

Ich nutzte die Tage, um mich zu erholen und den Luxus zu geniessen. War eine tolle Zeit. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich manchmal echt ein schlechtes Gewissen hatte, weil ich nicht wusste wie ich mich revanchieren kann. Das ist irgendwie eine bloede Situation. Man bekommt den ganzen Tag alles umsonst (falls es mal was gekostet hat -z.B. das Melbourne Museum- wurde ich eingeladen) und muss nichts dafuer machen. Ich hab natuerlich einige Male angeboten, bei allem zu helfen, aber nach dem dritten „Nein, du musst nur relaxen“ wurde es mir irgendwie auch zu bloed…

Diese Gewissensbisse hatte ich bis zum Schluss und so war ich irgendwie auch froh zu gehen. Viel laenger haette das mein Gewissen nicht ertragen glaub ich. Aber wie gesagt, es war toll und ich werde Euch immer dankbar sein!

Wenigstens hat mich Russ „nur“ zur Bahn gebracht um zum Flughafen zu kommen und mich nicht noch direkt zum Flughafen gebracht – das waere ein weiter Weg gewesen!

So, das wars dann mit Melbourne und Australien! Danke, schoen wars – GOODBYE AUSTRALIA!

 

Und da ich nun schon deutlich ueber die Haelfte meiner gesamten Reise hinter mich gebracht habe wird es mal Zeit, die bisher 5 kuriosesten Bekanntschaften aufzuzaehlen:

Nummer 5: die US-Amerkanerin (Name vergessen, war in Cairns), die nicht wusste wo Deutschland liegt und damit alle Klischees bestaetigt hat, die man gerne von Amerikanern so hat.

Nummer 4: alle Indonesierinnen, die unbedingt mit mir ein Foto haben wollten (egal was im Hintergrund war). Wenigstens ein paar Minuten meines Lebens fuehlte ich mich somit wie Elvis und die Beatles… :-)

Nummer 3: der Bangladeschi, der mich in Singapur auf der Strasse angesprochen hat (Name nicht verstanden). Als ich meinte, ich sei Deutsch freute er sich und bekam richtig strahlende Augen. Aber als ich ihm erklaerte, dass Hitler kein guter Mensch war, war er sehr enttauescht. Und ich glaub das hat er mir auch nicht so ganz abgekauft, denn er war sehr davon ueberzeugt, dass alle Deutschen Hitler lieben…

Nummer 2: Die 5 verrueckten Nordiren aus Belfast (Chris, Paul, Stephen, Cullum, Mike), die ich in Cairns kennengelernt habe. Fuer 30 Tage ein „Around the World Ticket“ (Belfast-San Francisco-Neuseeland-Sydney-Cairns-Singapore-Belfast) zu kaufen ist schon verrueckt genug. Dann auch noch nur Extremsportarten auszufuehren (Fallschirm, Bungee, Tauchen, Klettern usw.) ist noch verrueckter. Und mich den gesamten Abend nur mit der Begruendung „Don’t you know – we are Irish!?“ einzuladen ist einfach nur geil :-)

Nummer 1: Russ und Mary, die mich 4 Tage in Melbourne wie im Paradies verwoehnt haben :-). Staendig Tee, Kaffee, Schokolade, Aepfel, Mandarinen, Kuchen, Kekse usw. Und zu allem anderen (Museum, Essen, Schwimmen, Bahnfahrt usw.)  wurde ich sowieso eingeladen… Vielen herzlichen Dank! Das war einfach nur unglaublich!

So, dann heissts also KIA ORA NEW ZEALAND ;-)

Erstellt am Freitag 22. Oktober 2010
Unter: Australien | Keine Kommentare »

Alice Springs – Sydney (Blue Mountains) – Wilson Promotory Nat. Park – Great Ocean Road

Nach dem perfekten aber nicht ganz guenstigen Trip in Alice Springs bin ich nach Sydney aufgebrochen, um Nina und Johnny zu treffen. Endlich mal wieder bekannte Gesichter – darauf freute ich mich wirklich sehr!

Der Flug ueber Melbourne verlief problemlos, aber diese geschmacklosen Sandwiches im Flieger kann ich nicht mehr sehen! Da haette ich mehr von der Qantas erwartet…

Die erste Nacht durfte ich bei Max, einem meiner Begleiter der Uluru-Tour verbringen. Das war die bisher entspannendste Nacht in Australien. Er ist im St. Johns College untergebracht – in einer super sauberen und ruhigen Studentenbude. Da er ein paar Tage ausser Haus war gab er seinem Kumpel die Zugangskarte, der mich dann ins Zimmer lies. Ein Traum – Herzlichen Dank Max. Das war wirklich ein geiler Zug von dir!!!

Am naechsten Tag brach ich zum Original Backpackers Hostel auf, um mich mit den beiden zu treffen. Ich dachte die sind extrem muede, als mir die Dame an der Rezeption sagte, dass sie schon um 6 Uhr morgens angekommen sind und sicher irgendwo noch schlafen. Aber ganz im Gegenteil. Sie liefen mir draussen ueber den Weg, als ich mich ein wenig in der Gegend umsehen wollte.

Wir gingen dann zusammen gleich mal ganz Sydney ab – reife Leistung von den beiden so nahezu ohne Schlaf… :-)

vor der Oper in Sydney mit meinen Kurzzeitbegleitern

vor der Oper in Sydney mit meinen Kurzzeitbegleitern

Sydney hat ja die beruehmte Oper, die urspruenglich mal 7 Mio. AUD kosten sollte aber dann doch ueber 100 Mio. gekostet hat :-). Ausserdem noch einige schoene Straende und die Harbour Bridge. All dies sahen wir uns in den drei Tagen, die wir dort verbrachten an.

Ausserdem fuhren wir einen Tag in die Blue Mountains, die wirklich sehr schoen sind. Dort sahen wir die beruehmten „Three Sisters“ und die Katoomba Falls. Und wir hatten riesen Glueck mit dem Wetter. Als wir bei den Three Sisters vom Bus ausgestiegen sind sahen wir nichts ausser Nebel – und 5 Minuten spaeter war traumhaftes Wetter!

(Blue Mountains - the three Sisters)

(Blue Mountains - the three Sisters)

Den Abend davor verbrachten wir mit zwei Jungs aus Erlangen und Konrad aus Muenchen (unserm Zimmerkollegen) in unserem Zimmer mit herrlichem Plastiktueten-Schaedelsprenger-Wein.

Sydney war nett, aber nach drei Tagen wars auch genug. Dann gings zum Flughafen um unser Auto zu holen und damit ab in Richtung Melbourne/Great Ocean Road.

mal eines mit 3 tieren... :-)

mal eines mit 3 tieren... :-)

Ich war ja sehr gespannt, wie das mit dem Linksverkehr klappen wuerde. Da Johnny schonmal links gefahren ist, durfte er am Anfang ran. Aber es war ueberraschenderweise richtig einfach. Man verwechselt zwar Blinker und Scheibenwischer sehr haeufig, aber das ist halb so wild. Und ab und zu sind wir schon mal auf die andere Strassenseite gekommen – vor allem wenn man schnell und spontan reagieren muss, reagiert man eben „Rechtsverkehr“-lastig… :-) Aber es war wie gesagt halb so wild… ;-)

Auf der Fahrt stoppten wir an einigen „kleineren“ Sehenswuerdigkeiten, die man ohne Auto niemals erreichen wuerde. Das ist halt das Problem an Australien (und natuerlich auch an vielen anderen Laendern). Ohne Auto ist man sehr eingeschraenkt und sieht nicht wirklich viel. Der Weg fuehrte uns am ersten Tag nach Jerveys Bay (Essen), Pebbly Beach (Kaenguruhs und Papageien die fast auf einen zu gehen…) und Narooma (Unterkunft im YHA).

Kaengu

Am zweiten Tag fuhren wir nachMystery Bay (nette Bucht, die ich aufgrund Faulheit nur zu 25% gesehen hab), Pinnacles (interessanter Fels/Sandstein) und Lakes Entrance (Unterkunft im YHA). 

(Kakadus - Blue Mountains)

(Kakadus - Blue Mountains)

Am dritten Tag fuhren wir  nach Raymond Island (Koalas beobachten – und keins hat geschlafen!!!), Arthur Bay (laut lonely Planet die besten Fish + Chips dieser Region Australiens) und Foster (Unterkunft als Ausgangspunkt fuer den Wilson prom Nat. Park). Die Unterkunftssuche in Foster hat sich jedoch als schwieriger herausgestellt als gedacht. Zum Glueck bekam ich bei der zweiten Nachfrage noch einen Platz im YHA, sonst waere ich mal schnell 70 AUD fuer ein Zimmer los gewesen. Und dieses Hostel war abgesehen von meinem schnarchenden Zimmergenossen wirklich super – kostenlos Internet, Tee und Kaffee, grosser Fernseher, freundliche Gastgeber, ruhige Gegend – absolut empfehlenswert..

Emu-Herde im Wilson Prom

Emu-Herde im Wilson Prom

Am naechsten Tag fuhren wir in den Wilson Prom, um Emus, Koalas und Wombats zu sehen. Die Wombatsuche hat sich leider als unerfolgreich erwiesen… :-) Aber immerhin sahen wir eine grosse Emu-Herde :-) Echt geil! Ausserdem gingen wir den Lilly Pilly Gully Walk bis zum Mt. Bishop. Sehr nett mit wirklich schoener Aussicht!

im Wilsons Promotory National Park (Mt Bishop)

im Wilsons Promotory National Park (Mt Bishop)

Der fuenfte Tag fuehrte uns nach Torquay – dem Ausgang fuer die Great Ocean Road. Am darauf folgenden Tag fuhren wir die Great Ocean Road und die war wirklich geil! Wir hatten aber auch ein wahnsinns Glueck mit dem Wetter. Es war richtig schoen – richtig blauer Himmel. Die Tage davor und danach waren eher maessig. Aber man muss ja auch mal Glueck haben! Die twelve Apostels (die nur noch 10 oder so sind) waren wirklich beeindruckend. Auch die London Bridge – eine erst vor kurzem eingestuerzte natuerliche Bruecke war sehr geil! Echt sehenswert!

ich und zwei der 12 Apostel...

ich und zwei der 12 Apostel...

Wir fuhren dann bis nach Warrnambool weiter, um den letzten gemeinsamen Abend dort zu verbringen. Ab hier muss ich mir also erstmals wieder Gedanken machen, was ich so treiben will in naechster Zeit. Aber da wird sich schon was finden :-)

Erstellt am Donnerstag 14. Oktober 2010
Unter: Australien | Keine Kommentare »

„The Rock Tour“ im Outback (Kings Canyon, Kata Tjuta = The Olgas, Uluru = Ayers Rock)

Ahhhhhh, das ist das Australien wie ich es mir vorgestellt habe! Endlos weite Strassen, bruetende Hitze tagsueber – und eiskalte Naechte, alle 100 km eine kleine Tankstelle – eben das Outback!

(das Outback bei Tag)

(das Outback bei Tag)

Der Trip mit der „Rock Tour“ war dermassen perfekt, dass ich ihm ein ganz eigenes Kapitel widmen muss!

(das Outback bei Nacht :-) )

(das Outback bei Nacht :-) )

Ich bin mit dem Flugzeug aus Cairns puenktlich und ohne Probleme in Alice Springs gelandet, wo der Shuttle Service meines Hostels (Alice Lodge Backpackers) schon auf die neuen Gaeste gewartet hat. Das Hostel war sehr schoen mit Pool, grossem Zimmer, sehr sauber und dazu gibts kostenlos Internet sowie Tee und Kaffee den ganzen Tag! Sehr zu empfehlen!!!

Den ersten Tag verbrachte ich mit einem kleinen Spaziergang ins „Stadtzentrum“, wobei das eher ein Dorfzentrum ist, denn Alice Springs ist nicht so gross wie ich es erwartet habe. Und noch dazu haengen dort zahlreiche Aboriginis den ganzen Tag versoffen rum. Das ist echt ein trauriger Anblick!

(in Alice Springs)

(in Alice Springs)

Da aber auch die ganze Welt ein Dorf ist traf ich dort den schweigsamen Norweger aus Cape Tribulation, der dann natuerlich auch auf meiner Tour wieder dabei war… :-)

Da ich am naechsten Tag schon um 6 Uhr fuer die Tour abgeholt werden sollte ging ich relativ frueh ins Bett. Am darauf folgenden Tag war ich sogar schon vor dem Wecker (5:00 Uhr) wach! Die innere Uhr funktioniert also doch ganz gut…

Insgesamt waren 16 Personen in meinem Tourbus. Und endlich ein gemischtes Volk von 18 – ca. 35  jaehrigen! Inkl. mir 3 Deutsche, 1 Franzose (Julien), 2 Schweizer (Bettina und Ruben), 1 Australier (Michael), 1 Kanadier (Luke), der Norweger (Thor), unser Tourguide Leslie und der Rest waren Asiaten  aller Laender (Korea, China, Malasiya, Japan). Leider hielten sich die Asiaten bei allem sehr zurueck und blieben grundsaetzlich lieber unter sich. Mit dieser Einstellung gingen sie mir (und auch einigen anderen) mit der Zeit etwas auf die Nerven!

Unser Tourguide war Franzoesin, was mich am Anfang etwas irritierte. Denn in Australien erwarte ich eher Australier… Naja aber sie war wirklich klasse! Sehr lustig, total locker, hat hervorragend gekocht und war grundsaetzlich einfach gut organisiert! Dickes Lob (hab ich im Kommentar-Buch bei der Rock Tour auch schon verewigt)!!

Nach relativ kurzer Fahrzeit wurde jeder Teilnehmer gebeten, sich kurz ueber Mikrofon vorzustellen, weil wir ja die naechsten 3 Tage miteinander verbringen werden. Kurz darauf machten wir kleine Kennenlernspielchen  – mit 3 verschiedenen Personen jeweils 10 Minuten quatschen und anschliessed etwas ueber die Personen erzaehlen. Klingt affig, wars auch! Leslie hatte aber auch gute Musik fuer die jeweilige Tageszeit im Ipod und so verging die Zeit sehr schnell.

(Kings Canyon)

(Kings Canyon)

Am ersten Tag fuhren wir zum Kings Canyon, dem ersten Highlight der Tour. Dort angekommen wurde jeder nochmals daran erinnert, seine 1,5 Liter Flasche zum Trinken mitzunehmen, da er sie brauchen wird! Man schwitzt, aber da die Luft so extrem trocken ist,  merkt man das nicht. Also muss man staendig trinken, auch wenn man keinen Durst hat! Unser Guide hat uns mindestens 5 mal darauf hingewiesen, als wir noch grosse Flaschen kaufen konnten!

Eine der Chinesinnen hatte natuerlich nur 0,5 Liter dabei und so haette sie Leslie nicht gehen lassen. Aber Ruben hatte noch eine Flasche uebrig und gab sie ihr. Trotzdem trank sie gut wie gar nicht und war die naechsten Tage mehr als nur KO – sie war wirklich krank. Tja, man lernt nie aus. Und genau deshalb ist der Weg bei extremer Hitze gesperrt – die Leute sind einfach zu bloed auf Warn- und Hinweisschilder zu achten!!

Der Rundweg ca. 3 Stunden ueber dem Canyon war toll. Sehr beeindruckende Landschaft. Vor allem der Garden of Eden – eine Art Oase mitten im Canyon – war toll. Dort wird im Sommer grundsaetzlich gebadet, aber bei uns war es fast zu frisch dazu.

Nach dem Rundweg fuhren wir weiter um unser Camp fuer die erste Nacht zu beziehen. Auf dem Weg mussten wir noch Holz sammeln fuer das Lagefeuer. Auch hier stellten sich viele Asiaten nicht sehr geschickt an und hielten sich lieber raus als mitzuhelfen…

Ausserdem gab Leslie vor der letzten Tankstelle eine Bierliste rum, in der jeder eintragen konnte, wieviel er die naechsten Tage trinken will :-) So koennen wir gleich groessere Traeger kaufen und kommen billiger weg. Insgesamt waren es 60 Bier, wobei Julien (trinkt kein Bier) und die Asiaten 0-1 eingetragen haben und wir restlichen uns das Bier teilten… Es gibt doch nichts geileres als ein kuehles Bierchen am Lagerfeuer oder beim Sonnenuntergang am Uluru!

Als wir im Lager ankamen war es schon dunkel. Jeder versuchte sich irgendwie nuetzlich zu machen: das Holz abladen, Feuer machen, Gemuese fuers Essen schneiden, Kuhscheisse von unseren Schlafplaetzen entfernen, die Swags (unsere Schlafgrundlage) aufrichten usw. Max, einer der Deutschen, konnte super Gitarre spielen und so war staendig fuer musikalische Unterhaltung nebenbei gesorgt. Leslie kochte dann am Lagerfeuer das Chilli + Reis sowie frisches Brot fuer unser erstes Abendessen. Wow, war das lecker! So gut hab ich hier in Australien noch nicht gegessen!

Danach gabs noch ein paar Bierchen und ab ins Bett bzw den Swag. Der Swag ist eine Art sehr grosser Schlafsack inkl. Matratze in den man seinen eigenen Schlafsack steckt. So ists schoen warm und weich. Wir schliefen also tatsaechlich ohne Zelt am Lagerfeuer unter freiem Himmel – ohne Wolke am Himmel! Das war einfach unglaublich schoen! Ich sah unzaehlige Sternschnuppen am ersten Abend, die ich natuerlich vor allem meiner lieben Theresa gewidmet habe… ;-)

Die Nacht verlief auch ganz ruhig, wobei mein Nachbar Luke einige merkwuerdige Schnarchgeraeusche von sich gab. Aber da ich saumuede war schlief ich gut. Es war nur etwas kalt, da ein ordentlicher Wind ging und naja im Outback ist halt nichts, das vor Wind schuetzt… So zog ich meinen Kaputzenpulli an, Kaputze ueber den Kopf, Schlafsack/Swag bis zur Nase und so gings… Es ist halt wie Wueste. D.h. tagsueber 35 Grad und Nachts 5 Grad!

Am naechsten Morgen hiess es um 5:30 Uhr RAUS aus den Federn und ab zu Kata Tjuta! Erstmal gabs aber Fruehstueck am Lager. Danach fuhren wir zum Campingplatz fuer die zweite Nacht. Dort war die Mehrzahl fuer einen Platz naehe der Toiletten und Dusche – leider. Haette gerne nochmals ausserhalb geschlafen!

(Kata Tjuta)

(Kata Tjuta)

Es gab dann auch erstmal eine Dusche und danachgings los. Von dort war es auch nicht mehr weit zu Kata Tjuta (The Olgas). Auch dort ist es so, dass der Weg durch das „Valley of the Winds“ bei extremen Temperatuern gesperrt ist. Bei uns war es aber auch hier OK und so gingen wir den ganzen Weg, der ca. 4 Stunden gedauert hat. Dieser war unglaublich! Wahnsinn, wie das dort aussieht! Das ist halt der Uluru mal 30 oder so. Kata Tjuta ist den Aboriginis auch heiliger als der Uluru, da dieser mittlerweile zu touristisch ist. Deshalb ist auch nur ein sehr geringer Teil (das „Valley of the Winds“, das uebrigens seinem Namen alle Ehre macht…) fuer eine Wanderung freigegeben. In anderen Gebieten werden immer noch Zeremonien abgehalten!

(Kata Tjuta - Valley of the Winds)

(Kata Tjuta - Valley of the Winds)

Nach der Wanderung hatten wir alle ordentlich Hunger und fuhren zu einem Rastplatz in der Naehe. Dort gabs das restliche Chilli von gestern und noch einige weitere Sachen fuer selbst zu gestaltende Wraps! Seeeehr lecker!

(Uluru und ich :-) )

(Uluru und ich :-) )

Nachmittags fuhren wir dann zum Uluru und machten ca. 1/4 des Basewalk, d.h. des Wegs um den Uluru herum. Leslie war dabei und erklaerte uns einige der Geschichten und der Zeichnungen die dort zu sehen waren. Der Uluru wurde tausende Jahre lang von den Aboriginis besucht um Zeremonien, Feste usw. abzuhalten. Ausserdem hat im Grunde jeder Stein irgendeine Bedeutung fuer die Aboriginis und ihre „Dreamtime-Geschichten“.

Sehr interessant war dann auch ein Besuch des Cultural Center am Uluru! Dort waren z.B. hunderte Briefe von Personen ausgestellt, die Steine, Sand o.ae. vom Uluru als Andenken mitgenommen haben und seitdem nur noch Pech im Leben hatten. Mit der Ruecksendung der Steine hoffen Sie auf „Vergebung“ und dass das Glueck wieder zurueckkehrt. Voll krass…

Der Aufstieg war an diesem Tag auch freigegeben, was aber von den Aboriginis ueberhaupt nicht gerne gesehen wird. Es ist so, dass mittlerweile die Aboriginis wieder die Eigentuemer des Uluru sind, jedoch den Nationalpark fuer 99 Jahre an die australische Regierung verpachten mussten. Und Teil des Deals (Rueckuebertragung des Eigentums) war auch, dass der Aufstieg ermoeglicht wird. Aber die Aboriginigs bezeichnen die Leute, die den heiligen Uluru besteigen als „Ants“ und verachten diese! Daher haette ich ihn auch nie bestiegen!

Nach dem Basewalk fuhren wir zum Sunset-Platz um den Sonnenuntergang mit ca. 500 anderen Touris zu sehen (Bromo laesst Gruessen!). Dieser war aber auch super! Der Uluru wird von der untergehenden Sonne mit immer anderen Farben beschienen und leuchtet mal gelb, rot, dunkelrot, braun usw. Nebenbei ein Bierchen und einige lustige Fotos mit den anderen Teilnehmern.

(Uluru bei Sonnenuntergang)

(Uluru bei Sonnenuntergang)

Leslie bereitete zwischenzeitlich das Abendessen zu und das genossen wir dann am Parkplatz, als alle anderen Busse bereits wieder gefahren sind. Ein Traum – und wieder extrem lecker! Danach gings zurueck ins Lager fuer unsere zweite Nacht unter freiem Himmel. Diesmal widmente ich die erneut zahlreichen Sternschnuppen allerdings nicht mehr Theresa sondern meinen Eltern, Bruder, Theresas Family, meinen Kollegen und Freunden, dem Weltfrieden, dem Umweltschutz usw. Mir sind dann irgendwann die Themen ausgegangen :-))

Am dritten Tag hiess es um 4:30 Uhr RAUS aus den Federn um den Sonnenaufgang am Uluru zu sehen. Es gibt einen eigenen Sonnenaufgangsplatz dafuer (wie eben einen Sonnenuntergangsplatz auf der anderen Seite). Aber da das Farbspiel sehr aehnlich sein wird (meinte Leslie) entschieden wir uns dafuer, nochmals zum Sonnenuntergangsplatz zu fahren. 1. Ist dort keine Sau, weil alle zur anderen Seite fahren und 2. ist der Eindruck des Uluru dann ein anderer – es ist einfach der Umriss zu sehen und dahinter geht die Sonne auf. Das war auch hammergeil!!!

(der Uluru erwacht...)

(der Uluru erwacht...)

Dort gabs dann nebenbei Fruehstueck und danach gings zum Uluru selbst. Der Aufstieg war an diesem Tag gesperrt aufgrund des starken Winds. Also mussten bzw. durften wir den Basewalk gehen (einmal um den Uluru rum). Jeder durfte dabei entscheiden, ob er den vollen oder halben Weg gehen will – fuer beides haette man 2 Stunden Zeit. Es entschieden sich tatsaechlich alle (auch die Asiaten) fuer den vollen Weg. Das war allerdings seeehr ambitioniert. Ich bin fast gelaufen – ohne Pause – und kam gerade so rechtzeitig zurueck. Leslie haette zwar niemandem den Kopf abgerissen, der spaet kommt, aber naja das will halt einfach niemand.

Der Rundweg war schoen, aber ohne Guide  – Leslie hat leider vergessen den Anhaenger zu schliessen und verlor auf dem Weg 3 Gepaeckstuecke, die sie wieder suchen musste – ists halt nur ein grosser Huegel. Wenn man ueber die Zeichnungen und Geschichten nichts erfaehrt ist das einfach alles halb so interessant!

Am Bus angekommen gabs noch nen kleinen Kuchen und dann gings auch schon Richtung Alice Springs zurueck. Die Fahrt dauert schliesslich gute 6 Stunden. Wir luden dann 6 Leute direkt in Yulara (Ort neben Uluru) ab, die direkt von dort weiter fliegen. Wenn ich das gewusst haette, dass es dort einen Flughafen gibt…

Naja aber die Rueckfahrt war so sehr nett. Es war viel Platz im Auto und man konnte sich richtig ausbreiten. Da fast alle schliefen (verstaendlich) setzte ich mich zu Leslie nach vorne und unterhielt mich mit ihr die gesamte Rueckfahrt. Ist ein geiles Gefuehl da vorne zu sitzen und die endlos langen Strassen zu sehen! Nebenbei spielten wir noch ein „Australienquiz“ und hielten noch bei einer Kamelfarm, wo man Kamele reiten kann wenn man will. Aber das hat keiner gemacht. Allerdings sahen wir auch kurz darauf wilde Kamele, was viel geiler war!

Gegen Ende der Fahrt war ich dann allerdings auch so unglaublich muede, dass ich in einer sehr akrobatischen Stellung einschlief – ich merkte das, konnte aber aufgrund meiner Muedigkeit einfach nichts dagegen machen…

die "Rock Tour"

die "Rock Tour"

Zurueck in Alice Springs gings unter die Dusche und dann gabs auch schon die (kurze) Abschlussfete in der „Rock Bar“. Dort tauschten wir natuerlich alle Namen und Emails aus und waren alle froh, ins Bett zu kommen!

Wie gesagt ein perfekter, abtenteuerlicher Trip! Einfach herrlich!

Erstellt am Samstag 9. Oktober 2010
Unter: Australien | Keine Kommentare »

Admin | Reiseblog anlegen | Plane Deine eigene Weltreise