Archiv für November, 2010

Neuseeland Suedinsel Teil 2 (Punakaiki, Franz-Josef-Gletscher, Mt. Cook, Tekapo, Oamaru)

Wenn mir meine Allergie mittlerweile nicht schwere Probleme machen wuerde, koennte ich das schoene Wetter sehr geniessen… Die Allergietabletten lindern natuerlich die Beschwerden ein wenig, aber wer Allergie hat weiss, dass man trotzdem noch spuerbare Beschwerden haben kann. Naja, ich will ja nicht jammern, aber teilweise schlafe ich leider wirklich schlecht zur Zeit. Verdammt, es soll jetzt mal 2 Tage durchschuetten und die Pollen aus der Luft regnen – und nicht jeden Tag blauen Himmel haben!!!

Ums kurz vorweg zu nehmen: z.B. am Lake Tekapo war ich laut Radio (der Radiomoderator konnte es erst auch nicht glauben) bei 35 Grad wandern! Hallo, ich dachte in Neuseeland hat es einen  „gemaessigten“ Sommer!?!? Und es ist ja noch nicht mal wirklich Sommer! Zu krass…

Also, was hab ich in letzter Zeit getrieben:

Von Golden Bay bin ich die Westkueste runter und hab an drei Stationen halt gemacht: 1. Punakaiki (Pancake Rocks); 2. Greymouth (naja, ne Stadt…) und 3. Franz-Josef-Gletscher. In Greymouth war ich genau an dem Tag, als das Grubenunglueck passiert ist – seitdem sind alle Flaggen auf Halbmast in Neuseeland.

Die Pancake Rocks hielten, was der Name verspricht – sie sehen aus wie Pfannkuchen :-) Echt geil und irgendwie unglaublich, dass es sowas gibt – siehe Fotos (mehr kann man dazu nicht sagen)…

Pancake Rocks

Pancake Rocks

Beim Franz-Josef-Gletscher hab ich mit einer Horde Schotten und einer netten Koreanerin + Tochter (Danke, dass ihr mir gezeigt habt wie man RICHTIG Reis kocht :-)) eine gefuehrte Halbtageswanderung unternommen. Zum einen waere mir der ganze Tag zu teuer gewesen. Zum anderen hoerte ich, dass es im Grunde auch nichts anderes ist als halbtags. Jedoch muss ich sagen, dass ich im nachhinein gerne den ganzen Tag gemacht haette. Der halbe war schon sehr kurz – wir haben gefuehlt mehr Pausen gemacht als auf dem Eis zu gehen/klettern… Aber trotzdem war es echt schoen! Eine Gletscherwanderung kann ich jedem nur empfehlen. Ist echt ein stranges Gefuehl, auf Eis zu laufen! :-)

Gletscherwanderung aufn Franz-Josef-Gletscher

Gletscherwanderung aufn Franz-Josef-Gletscher

Von dort bin ich ueber den fotogensten See der Welt (Lake Matheson – spiegelt Mt. Cook und Mt. Tasman)  weiter ueber den Lake Wanaka (= netter Ort und netter See – aber der Tegernsee ist schoener… ;-)) zum Mount Cook.

Lake Matheson - hammergeile Spiegelung - das gab mind. 50 Fotos

Lake Matheson - hammergeile Spiegelung - das gab mind. 50 Fotos

Der Mt. Cook ist der hoechste Berg Neuseelands mit ca. 3750 m. Dort hatte ich natuerlich schoenes Wetter und konnte zig Postkarten-Fotos machen… Meist soll er in Wolken sein – aber die Sonne folgt mir ja wohin ich gehe :-)

Mt Cook + Mountain Loupins (gibts in allen Farben)

Mt Cook + Mountain Loupins (gibts in allen Farben)

Von Wanaka hab ich einen verzweifelten Englaender, dessen Bus nicht gekommen ist, mitgenommen. Am Mt. Cook bin ich mit ihm dann einen Tag wandern gegangen. Wir gingen den Hooker Valley Track, was wirklich eine nette kleine Wanderung ist (obwohl, „Spaziergang“ triffts eher) – schoene Aussichten auf schnee- und eisbedeckte Gipfel!

Schafe am Mt. Cook

Schafe am Mt. Cook

Am Mt. Cook blieb ich auch nur eine Nacht – und was fuer eine. Erst dachte ich, ich bin allein im Zimmer (die Freude war gross). Tja, man soll den Tag ja nicht zu frueh loben – ploetzlich waren 6 Malaysier/innen im Zimmer, die ein Problem mit ihrem Auto hatten. Bis die das den Damen und Herren in den verschiedensten Telefonaten erklaerten und alles buchstabiert hatten („U like umblella“) wars locker 1 Uhr frueh. Ich bekam als Entschaedigung zwischenzeitlich Fruechte angeboten aber ich wollte doch nur schlafen :-). Als die dann irgendwann auch im Bett waren, war ich echt happy. Aber ab 6 Uhr frueh bis ca. 8 war schon wieder gewusel, gepacke und Gelaechter – ich haette sie alle an die Wand klatschen koennen! Fuerchterliche Nacht!

Von Mt. Cook fuhr ich totmuede ueber den blausten See der Welt = Lake Pukaki nach Lake Tekapo. Ich wusste nicht, dass ein See so blau sein kann – unfassbar – siehe Foto (mehr kann man auch hier nicht dazu sagen)…

Lake Pukaki - der blauste See der Welt

Lake Pukaki - der blauste See der Welt

Der Lake Tekapo ist auch nett – aber der Tegernsee ist schoener ;-). Dort machte ich ne Wanderung auf den Mt. John – wie weiter oben gesagt bei 35 Grad ohne Schatten. Gut, das war nur ca. 1 Stunde rauf, dann oben ne Gipfelrunde und wieder runter. Aber geschwitzt hab ich wie selten zuvor!

Nach wieder nur einer Nacht gings weiter nach Oamaru = Pinguinstadt. Dort gibts Gelbaugen- und kleine blaue Pinguine. Und beide sind echt so putzige kleine Tierchen :-). Die Gelbaugen kann man kostenlos bestaunen – diese sind sehr schuechtern, also kommt man eh nur bis auf ca. 100 m ran. Allerdings war einer im Gebuesch nahe der Absperrung – hat sich wohl verlaufen oder so und so hatte ich ein gutes Foto (hehe).

Gelbaugenpinguin in Oamaru

Gelbaugenpinguin in Oamaru

Die kleinen blauen koennen von einer Tribuene angeschaut werden (Philipp Island in Australien laesst wohl gruessen – vom Hoerensagen – war dort nicht). Das war mir zu bloed. Aber das musste man auch nicht, wenn man die Tierchen sehen will. Die laufen am ganzen Hafen zu hunderten rum, wenn die Sonne untergeht. Daher sind die Verkehrshinweise wirklich notwendig!

Pinguinwarnung Oamaru - und die ist auch notwendig ;-)

Pinguinwarnung Oamaru - und die ist auch notwendig ;-)

 Also das wars bis hier her (bin jetzt in Dunedin). Hab mir schon Allergietabletten-Nachschub geholt. Hoffentlich helfen die auch…

Alles in allem muss ich nach wie vor sagen, dass Neuseeland ein traumhaftes Reiseziel ist. Auch wenn das Wetter nur halb so gut waere wie im Augenblick, ist es einfach unglaublich schoen! Australien hat mir nicht mal halb so gut gefallen. Da das aber nicht einfach so ein Gefuehl ist moechte ich mal 5 beispielhafte Gruende meiner Einstellung auffuehren:

1. viiiiiiiiiiiiiiiiiel weniger Touristen als in Australien (v.a. an der Ostkueste).

2. viiiiiiiiiiiiiiiiiel weniger Deutsche „ich-hab-grad-das-Abi-fertig“-Kinder. Eigentlich hab ich nur welche in Auckland gesehen.

3. Soviel Abwechslung und Vielseitigkeit habe ich noch nie gesehen. Innerhalb kuerzester Zeit kann man durch wunderschoene Vulkanlandschaften wandern, Gletscher besteigen, an traumhaften Sandstraenden bei 30 Grad baden und alle Tiere bestaunen, die das Meer zu bieten hat! Einfach zuuuu geil!!!

4. Die Menschen sind noch netter als in Australien. Vor allem sind z.B. die Hostel-Leute ALLE auch nett, wenn man keine Touren bucht (da habe ich in Australien ganz anderes erlebt!!!)

5. Es ist deutlich guenstiger als Australien! Dort war der Preis m.E. oftmals einfach nicht gerechtfertigt!

Und zum Abschluss noch eine Nachricht an die schoenste, liebste und netteste Freundin, die man sich nur wuenschen kann: Theresa ich liebe dich und ich verspeche dir, wieder nach Neuseeland zu fahren, wann immer du willst (vielleicht nicht die naechsten 2-3 Jahre aber danach immer :-) !). Dieses Land hat mich in den Bann gezogen (ganz im Gegensatz zu Australien). Fuer mich ist Neuseeland das schoenste Land der Welt!!!

Erstellt am Montag 29. November 2010
Unter: Australien | 1 Kommentar »

Neuseeland Suedinsel Teil 1 (Christchurch, Kaikoura, Queen Charlotte Track, Abel Tasman NP)

Eins gleich mal vorab – das Wetter in Neuseeland ist bisher ueber lange Zeit besser als in allen Orten der Welt, in denen ich bisher war. Also zu der Zeit und dort wo ich war zumindest… Das ist echt der Wahnsinn. Ich hab mit einer Art Irland Teil 2 gerechnet (jeden Tag alle vier Jahreszeiten…) aber Nein, es hat jeden Tag Sonne pur! Hammergeil!!!

Ein passendes Foto dazu (das hat mich unzaehlige Versuche gekostet…)

Yeah - endlich ist mir mal ein gutes gelungen :-)

Yeah - endlich ist mir mal ein gutes gelungen :-)

Der Flug von Auckland nach Christchurch war unspektakulaer (zum Glueck) und auch mein Aufenthalt in Christchurch war unspektakulaer (zum Glueck). Wer das nicht mitbekommen hat: In Christchurch gab es ein heftiges Erdbeben Anfang September und seither immer wieder mal schwaechere, mal staerkere Nachbeben. Auch als ich dort genaechtigt habe gab es mehrere Beben – allerdings hab ich nix davon gemerkt. Ein paar Strassen/Geschaefte waren aufgrund Reperaturarbeiten und/oder Einsturzgefahr gesperrt, aber das wars dann auch… In den Tagen nach mir gab es wohl wieder spuerbare Erdbeben. Tja, irgendwie Schade, denn ein Erdbeben mal live zu Erleben waer auch cool ;-)

Ich blieb 3 Naechte im relativ grossen und dadurch anonymen YHA, wobei ich auch dort ganz nette Leute kennengelernt hab.

Christchurch an sich ist wie jede andere grosse Stadt – d.h. man verpasst nix, wenn man es nicht gesehen hat. Allerdings war sie schoener als Auckland! U.a. wirklich nette botanische Gaerten in denen man sich kostenlos aufhalten kann und eine schoene Fussgaengerzone mit alten Haeusern. Ausserdem ging ich in den umliegenden Bergen ein bisschen wandern (u.a. Bridle Path, Mt. Cavendish). Das ist echt empfehlenswert!

Blick auf Christchurch vom Bridle Path

Blick auf Christchurch vom Bridle Path

Nach langem Hin- und Her entschied ich mich erneut dazu, ein Mietauto fuer die Suedinsel zu nehmen. Es ist zwar nicht billig, aber man ist einfach soooo viel flexibler als mitm Bus – und die vielen kleinen Lookouts am Strassenrand machen das Land erst so richtig schoen!

Von Christchurch fuhr ich in einen der fotogensten Orte, die ich bisher gesehen hab – Kaikoura. Das ist eigentlich ein richtiges Kaff, aber im Hintergrund schneebedeckte Berge und davor das Meer, in dem Wale, Delphine und Seehunde fast direkt an der Kueste umherschwimmen gibts sicherlich nicht oft auf der Welt.

Kaikoura Lookout

Kaikoura Lookout

Da ich in Australien aufgrund des Preises kein Whalewatching gemacht hab, entschied ich mich dafuer hier eines zu machen. Das war zwar etwas „hastig“ aber trotzdem beeindruckend. Wir fuhren mit dem Boot aufs Meer relativ weit raus, denn der gesichtete Wal sollte ca. 20 Meilen vor der Kueste sein. Es dauerte ca. 1 Stunde dorthin zu gelangen. Waehrend der Fahrt unterhielt uns eine Art Halb-Rapper (ich glaub zumindest er waere gern Rapper geworden, so wie er geredet hat – „Yo Man“ alle paar Sekunden und schief aufgesetztes Cap) mit Walgeschichten. Haette nicht sein muessen, aber so verging die Zeit zumindest. Kurz vor der Ankunft hiess es ploetzlich: „Get your cameras ready“ – der Wal ist gerade aufgetaucht! Und da er nur ca. 5 Minuten an der Luft bleibt und dann wieder fuer ca. 1 Stunde abtaucht sollten wir dies nutzen! Also alle Mann ran an die Kameras!! Als es erlaubt war, stuermten die Leute wie die Wilden – nein, wie die Verrueckten – nein, wie die totalen Vollidioten (jaaa) raus ausm Boot, brachten sich gegenseitig fast um, um nur ja ein Foto zu bekommen. Das war mir ca. 50 Nummern zu bloed und so war ich der Letzte, der aus dem Boot ging und eigentlich eine beschissene Position hatte (der Wal war rechts, ich war links). Aber ploetzlich war er verschwunden. Ein anderes Boot kehrte schon um und fuhr zurueck. Unser Captain blieb noch „max. 5 Min“ wie er sagte und drehte nochmal um – und siehe da: Gott ist mal wieder gerecht! Der Wal war ploetzlich direkt vor mir und ich hatte die beste Position. Tja, die letzten werden die ersten sein sag ich da nur ;-)

So entstanden schoene Bilder und ein echt beeindruckendes Erlebnis.

(Wal beim atmen)

(Wal beim atmen)

oder das…

(Wal im Abtauchvorgang)

(Wal im Abtauchvorgang)

Von Kaikoura fuhr ich auf der herrlichen Kuestenstrasse nach Anakiwa – Startpunkt des Queen Charlotte Tracks. Auf dem Weg sah ich dutzende Seehunde an den Buchten und an einem Wasserfall sogar ein paar ganz kleine – sehr, sehr schoen! Das war mit das beste bisher in Neuseeland!

Der Queen Charlotte Track ist einer der 9 „Great Walks“ Neuseelands – und der am wenigsten ueberlaufene (weil am uninteressantesten). Ich ging von Anakiwa nach Mistletoe Bay in ca. 4,5 Stunden (einen der schoensten Teile). Dort wurde ich mitm Boot vom Hostel-Heini wieder abgeholt. Zusammen mit ner Australierin fuhren wir dann noch a bisserl durch den Sound um wieder zurueck zum Hostel zu fahren.

Queen Charlotte Sound

Queen Charlotte Sound

Das Beste an dem ganzen Tag passierte allerdings, als ich auf dem Steg ca. 45 Min. auf das Boot gewartet habe. Ploetzlich erschienen im Wasser 4 Delphine (Bottlenose Dolphins) und schwammen die ganze Zeit um mich herum. Sie waren direkt unter meinen Fuessen und tauchten auch immer wieder auf – leider keine Jumps aber trotzdem super! Ich war ganz allein und konnte das total geniessen! Das war das Beste bisher in Neuseeland (hat die kleinen Seehunde – s.o. – auf Platz 2 verdraengt)! Der Hostel-Heini meinte, Delphine kommen hier nicht oft hin, also hatte ich viel Glueck!

4 Delphine in der Mistletoe Bay (Queen Charlotte Track)

4 Delphine in der Mistletoe Bay (Queen Charlotte Track)

Von Anakiwa gings zum Abel Tasman National Park. Dort muss man einfach Kayak fahren – ich glaub das Kayak wurde nur fuer hier erfunden :-). Auf jeder Internetseite und Postkarte sieht man Kayaks im Abel Tasman NP… Also buchte ich ne Tour (halber Tag) bei einem der unzaehligen Touranbieter.

Meine Tour startete in Golden Bay (Ende des Abel Tasman NP). Wir „fuhren“ (wie sagt man denn da) ca. 4 Stunden auf dem Wasser an mehrere Buchten und an einigen Felsen im Wasser vorbei. War wiederum sehr schoen! Kurze Beschreibung: Sonst keine Menschenseele, glasklares Wasser, wir sahen viele Voegel (kann mir die Arten nicht merken), einige Seehunde direkt neben unseren Kajaks, ein kleiner Pinguin direkt vor uns im Wasser und schoene Sandstraende. Was gibts besseres?!?!

(Kayak-Trip Golden Bay mit Cathlyn meiner Kayak-Begleitung aus Auckland)

(Kayak-Trip Golden Bay mit Cathlyn meiner Kayak-Begleitung aus Auckland)

Abschliessend mal ein erstes Statement zu Neuseeland: Neuseeland gefaellt mir bisher am besten von allem, was ich auf der Reise gesehen habe. Allerdings liegt das zum Grossteil an zwei wesentlichen Punkten: 1. eigenes Auto und 2. traumhaftes Wetter (Sonne, warm aber nicht heiss und/oder schwuel!!). Die Abwechslung, die hier auf engem Raum geboten ist, ist schon absolute Klasse!

So, dann mal auf zu den Gletschern im Sueden der Suedinsel – hoffentlich bleibt das Wetter so!!!

Erstellt am Freitag 19. November 2010
Unter: Neuseeland | 4 Kommentare »

Neuseeland – Nordinsel (u.a. Waitomo, Tongariro, Rotorua)

Puhhh,  die letzten 10 Tage bin ich in „Rekordtempo“ die Nordinsel abgefahren. Keine zwei Naechte an einem Ort. Wenn so der ganze Urlaub waere, wuerds mich nach spaetestens 3 Wochen umhaun. Zum Glueck hab ich jetzt noch 5 ruhige Tage in Auckland, wo ich relaxen, lesen, shoppen, Emails schreiben, Kino gehen usw. kann. Ausserdem will ich hier gleich meinen Trip im Sueden planen, sodass ich dort nicht wieder von „Null“ anfangen muss. Und am Samstag steigt DAS Rugbyspiel schlechthin, was ich mir im Stadion anschaun werde: Neuseeland – Australien (dazu noch England – Papua Neuguinea). Hab noch nie ein Rugbyspiel gesehen und auch eigentlich keine Ahnung von Rugby. Aber da es die einzige Sportart ist, die Neuseelaender interessiert, muss ich das sehen ;-)

Also hab ich doch wieder einiges vor…

Die Nordinsel Neuseelands wird von vielen als nicht sooo schoen und sehenswert beschrieben. Manche Reisefuehrer behandeln z.B. nur die Suedinsel und ich habe einige in Australien kennengelernt, die gemeint haben dass sie nur in den Sueden fahren werden, da es im Norden eh nix sehenswertes gibt.

"Kiwi"-Warnung im Skigebiet (Tongariro) :-)

"Kiwi"-Warnung im Skigebiet (Tongariro) :-)

Mir hat die Nordinsel allerdings schon sehr gut gefallen. Klar, es ist – wie man oft hoert – nicht viel anders als Europa. Es gibt viiiiiel gruen, Berge, Seen, Waelder usw. Allerdings gibts auch wirklich sehenswerte und echt wahnsinns interessante Gegenden die man ansehen und Dinge die man machen kann!

Um flexibler zu sein und mehr sehen zu koennen hab ich mir ein Auto ausgeliehen. Das ist sooooo viel praktischer als mitm Bus!

Ich und mein Mietauto :-)

Ich und mein Mietauto :-)

Ich will hier mal auf meine drei Highlights der Nordinsel eingehen, da es sonst einfach zu viel zu schreiben (und zu lesen :-) ) waere.

Nummer drei: ROTORUA UND DIE STINKENDEN VULKANE

Rotorua ist die Gegend der Nordinsel, in der alles brodelt und stinkt ;-) Klingt aufs erste eher widerlich (so riechts auch oftmals) – ist aber sehr interessant. Ich hab mir „nur“ den Wai-o-Tapu – Park angesehen. Dort gibt es den beruehmten Lady Knox Geysir, der puenktlich um 10:15 jeden Tag zum „Wasserspucken“ anfaengt. Allerdings wird diesem Phaenomen chemisch nachgeholfen, was es dann wiederum nicht ganz so toll macht. Das habe ich allerdings erst im Nachhinein erfahren. Ausserdem gibts viel stinkende und brodelnde Schlammloecher, Wasserfaelle und Seen in allen Farben. Ich finde das muss man mal gesehen haben. Die Kraft, die dort unter der Erde herrscht ist Wahnsinn! Deswegen rappelts dort auch regelmaessig in Sachen Erdbeben (so wie kuerzlich mehrmals in Christchruch – auch wenn das weiter suedlich liegt).

Ach ja, das mit der kleinen Welt hatten wir doch schonmal, oder? Falls nicht – geh ich durch Wai-o-Tapu und wen treff ich: meinen Guide von der Rock-Tour (Uluru) in Australien… Ich wusste, dass sie auch nach Neuseeland fliegt, aber Neuseeland ist jetzt auch nicht sooo klein, dass man sich treffen MUSS – allein dieser Park ist schon riesig. Aber tja die Welt ist nunmal ein Dorf und bleibt ein Dorf!

In der Gegend um Rotorua kann man uebrigens ueberall Geysire und Schlammloecher anschaun sowie Schlammbaeder nehmen. Ausserdem gibts es dort zahlreiche „traditionelle“ Maori Doerfer, was mir allerdings zu touristisch war. Denn wenn schon taeglich Busladungen von Touristen dorthin gekarrt werden, kann es nicht „traditionell“ sein! Daher bin ich nach einer Sehenswuerdigkeit und einer Nacht weiter gezogen…

 Nummer zwei: TONGARIRO UND DAS TAL VON MORDOR

Mt. Doom ausm Herrn der Ringe - kurz nahezu wolkenlos ;-)

Mt. Doom ausm Herrn der Ringe - kurz nahezu wolkenlos ;-)

Das war mal wieder typisch. Da brauche ich eigentlich nur einen schoenen Tag auf der Nordinsel und was passiert – es ist bewoelkt wie wahnsinn! Da die Tage davor und danach alle noch schlechteres Wetter bieten sollten, habe ich sogar extra meinen Plan geandert. Und trotzdem hatte ich kein Glueck. Denn unerwarteterweise wurden die darauffolgenden Tage traumhaft – so wie eigentlich alle Tage an denen ich auf der Nordinsel unterwegs war! Aber gut, trotzdem war das Tongariro Crossing ein absolutes Highlight!  Ein traumhaft schoener Wanderweg direkt zwischen Vulkanen (Tongariro und Ngauruhoe) hindurch und an Vulkankratern (z.B. Red Crater) vorbei! Hammergeil! Dass dort der Herr der Ringe sein „Mordor“ gefunden hat konnte man wirklich nachvollziehen. Es sah genauso aus wie im Film. Kilometerweit nichts als Steppe und erkaltete Vulkanasche!

Emerald Lakes (Tongariro)

Emerald Lakes (Tongariro)

Es sind auf dem Weg uebrigens 19,5 km und ca. 800-1200 Hoehenmeter (kommt drauf an ob man weitere Gipfel erklimmt – z.B. den Mt. Doom, der eigentlich Mt. Ngauruhoe heisst) zu bewaeltigen. Auch von welcher Seite man startet hat Einfluss auf die Hoehenmeter, die zu bewaeltigen sind. Man kommt mindestens auf ziemlich genau 2000 m Hoehe – und man musste durch viiiiel Schnee :-). Fuer viele „noch-nie-Wanderer“ klingt das sicherlich heftig. Aber fuer Bayern, Oesterreicher und Schweizer, die das Wandern eher „gewoehnt“ sind, ist das nicht sonderlich abschreckend. Zumindest haben diese Einschaetzung zahlreiche Gespraeche bestaetigt. Alle Leute aus genannten Nationen sprachen von einem „sehr schoenen Wanderweg“. Und im Gegensatz dazu kann ich mich z.B. noch an das kraeftige Maedel im meinem Zimmer im Hostel erinnern, das vollkommen erledigt war als sie zurueckgekommen ist (einen Tag bevor ich aufgebrochen bin). Die hat mich richtig gewarnt vor der Wanderung – besonders die Stufen am Anfang seien die Hoelle!

Als ich dann hoch ging dachte ich immer wann kommen denn diese Hoellen-Stufen endlich (ich ging schon immer auf so Art Stufen) – und ploetzlich stand ich oben. :-) War echt lustig, denn direkt hinter mir war ein Oesterreicher und eine Schweizerin, die das Gleiche gehoert und sich das Gleiche gefragt haben. :-))

„Crossing“ heisst der Weg uebrigens, weil man nicht zum Ausgangspunkt zurueck geht sondern von einem Shuttle zurueckgebracht wird – es ist ein „One-Way“!

Rueckweg vom Tongariro - endlich schoene Aussicht

Rueckweg vom Tongariro - endlich schoene Aussicht

Und die Nummer eins: DIE GLUEHWUERMCHEN VON WAITOMO

Klingt nicht mehr ganz so spektakulaer – wars aber! Fuer mich war das der Knaller! Vielleicht gerade deshalb, weil ich mir nicht viel davon erwartet habe und weil ich sowas einfach noch nie gesehen habe! Schoene Vulkanlandschaften und brodelnde Loecher hab ich in Indonesien halt schonmal ein bisschen gesehen. Leider durfte man aber kein Foto machen…

Die Waitomo Caves liegen etwa 2,5 Autostunden suedlich von Auckland. Bei Waitomo gibt es unzaehlige Hoehlen, die man zum Teil auch fuer Hoehlen-Wanderungen, „Black-Water-Rafting“ (was laut einigen Leuten langweilig sein soll) usw. nutzt. Man kann im Grunde unzaehlige Touren buchen. Das „Highlight“ sollen die Glowworms sein – sagten mir zumindest einige Leute und hab ich auch gelesen. Also Ticket gekauft und dann gings rein in die Hoehle. Am Anfang eher langweilig – war halt ne Tropfsteinhoehle in der erst mal erklaert wurde was der Unterschied zwischen Stalagtiten und Stalagmiten ist (Laaaangweilig… :-) ). Nach ca. 45 Minuten gings dann ins komplette Dunkel (der Rest war beleuchtet) und rein in ein Boot fuer 15 Minuten Bootsfahrt durch die Glowworms.

Und das hat mich fast vom Hocker gehaun. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Man faehrt gemuetlich auf dem Boot dahin und ploetzlich erscheinen ueber einem hunderte – ach was tausende, aber tausende von kleinen Lichtern. In gruen/blauer Farbe! Diese Gluehwuermchen fliegen naemlich nicht, sondern haengen an der Decke (genauer gesagt die Larven haengen an der Decke) und lassen so ne Art Speichel nach unten haengen, der in der Dunkelheit leuchtet um Fliegen anzulocken! Das war dermassem beeindruckend… Am Anfang hat noch jeder ein bisschen gesprochen im Boot aber es wurde immer ruhiger und irgendwann war Totenstille! Da konnte man einfach nur noch staunen! Klar, das war auch touristisch ohne Ende (Busladungen…) aber trotzdem der Hammer!

Ansonsten hab ich den Mt. Taranaki (Berg mit weisser Spitze – war z.B. im „Last Samurai“), New Plymouth, Wanganui und Auckland angeschaut. Bei Auckland war ich aufm Rangitoto-Vulkan (auch ganz cool – besonders die Farne waren Super!) und werde noch nach Waikete Island fahren. War alles nett aber kein „Top-3-Highlight“. In Tauranga wollte ich ein „Highlight“ mitnehmen, aber das Deplhinschwimmen bzw. Whalewatching war aufgrund fehlender Tiere „nur“ ein schoener Segelausflug… Tja, dann versuch ichs nochmal in Kaikoura (Suedinsel) – da gibts ne Art Garantie, dass man was sieht…

Mt. Taranaki - West Neuseeland (ausm Last Samurai)

Mt. Taranaki - West Neuseeland (ausm Last Samurai)

So, jetzt vertreib ich mir in Auckland noch die Zeit.

Uebrigens fuer alle Fans des Herrn der Ringe (und falls ihr es noch nicht gehoert/gelesen habt): Der kleine Hobbit (beide Teile) werden ab Februar in Neuseeland gedreht. Einige Leute haben mir erzaehlt, dass die alten Sets zum Teil schon umgebaut werden – ich hab ausser Mordor noch kein Set gesehen (vieles liegt allerdings auch im Sueden). Das war DAS Thema hier in den letzten Tagen. Jeden Tag in Zeitung und Radio. Ein richtig krasses Politikum mit zahlreichen Debatten. Aber nun ist es entschieden – Ende 2011 (sofern ich das richtig verstanden hab) kommts evtl. schon im Kino…

Erstellt am Donnerstag 4. November 2010
Unter: Neuseeland | 3 Kommentare »

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