Archiv für die 'Australien' Kategorie

„The Rock Tour“ im Outback (Kings Canyon, Kata Tjuta = The Olgas, Uluru = Ayers Rock)

Ahhhhhh, das ist das Australien wie ich es mir vorgestellt habe! Endlos weite Strassen, bruetende Hitze tagsueber – und eiskalte Naechte, alle 100 km eine kleine Tankstelle – eben das Outback!

(das Outback bei Tag)

(das Outback bei Tag)

Der Trip mit der „Rock Tour“ war dermassen perfekt, dass ich ihm ein ganz eigenes Kapitel widmen muss!

(das Outback bei Nacht :-) )

(das Outback bei Nacht :-) )

Ich bin mit dem Flugzeug aus Cairns puenktlich und ohne Probleme in Alice Springs gelandet, wo der Shuttle Service meines Hostels (Alice Lodge Backpackers) schon auf die neuen Gaeste gewartet hat. Das Hostel war sehr schoen mit Pool, grossem Zimmer, sehr sauber und dazu gibts kostenlos Internet sowie Tee und Kaffee den ganzen Tag! Sehr zu empfehlen!!!

Den ersten Tag verbrachte ich mit einem kleinen Spaziergang ins „Stadtzentrum“, wobei das eher ein Dorfzentrum ist, denn Alice Springs ist nicht so gross wie ich es erwartet habe. Und noch dazu haengen dort zahlreiche Aboriginis den ganzen Tag versoffen rum. Das ist echt ein trauriger Anblick!

(in Alice Springs)

(in Alice Springs)

Da aber auch die ganze Welt ein Dorf ist traf ich dort den schweigsamen Norweger aus Cape Tribulation, der dann natuerlich auch auf meiner Tour wieder dabei war… :-)

Da ich am naechsten Tag schon um 6 Uhr fuer die Tour abgeholt werden sollte ging ich relativ frueh ins Bett. Am darauf folgenden Tag war ich sogar schon vor dem Wecker (5:00 Uhr) wach! Die innere Uhr funktioniert also doch ganz gut…

Insgesamt waren 16 Personen in meinem Tourbus. Und endlich ein gemischtes Volk von 18 – ca. 35  jaehrigen! Inkl. mir 3 Deutsche, 1 Franzose (Julien), 2 Schweizer (Bettina und Ruben), 1 Australier (Michael), 1 Kanadier (Luke), der Norweger (Thor), unser Tourguide Leslie und der Rest waren Asiaten  aller Laender (Korea, China, Malasiya, Japan). Leider hielten sich die Asiaten bei allem sehr zurueck und blieben grundsaetzlich lieber unter sich. Mit dieser Einstellung gingen sie mir (und auch einigen anderen) mit der Zeit etwas auf die Nerven!

Unser Tourguide war Franzoesin, was mich am Anfang etwas irritierte. Denn in Australien erwarte ich eher Australier… Naja aber sie war wirklich klasse! Sehr lustig, total locker, hat hervorragend gekocht und war grundsaetzlich einfach gut organisiert! Dickes Lob (hab ich im Kommentar-Buch bei der Rock Tour auch schon verewigt)!!

Nach relativ kurzer Fahrzeit wurde jeder Teilnehmer gebeten, sich kurz ueber Mikrofon vorzustellen, weil wir ja die naechsten 3 Tage miteinander verbringen werden. Kurz darauf machten wir kleine Kennenlernspielchen  – mit 3 verschiedenen Personen jeweils 10 Minuten quatschen und anschliessed etwas ueber die Personen erzaehlen. Klingt affig, wars auch! Leslie hatte aber auch gute Musik fuer die jeweilige Tageszeit im Ipod und so verging die Zeit sehr schnell.

(Kings Canyon)

(Kings Canyon)

Am ersten Tag fuhren wir zum Kings Canyon, dem ersten Highlight der Tour. Dort angekommen wurde jeder nochmals daran erinnert, seine 1,5 Liter Flasche zum Trinken mitzunehmen, da er sie brauchen wird! Man schwitzt, aber da die Luft so extrem trocken ist,  merkt man das nicht. Also muss man staendig trinken, auch wenn man keinen Durst hat! Unser Guide hat uns mindestens 5 mal darauf hingewiesen, als wir noch grosse Flaschen kaufen konnten!

Eine der Chinesinnen hatte natuerlich nur 0,5 Liter dabei und so haette sie Leslie nicht gehen lassen. Aber Ruben hatte noch eine Flasche uebrig und gab sie ihr. Trotzdem trank sie gut wie gar nicht und war die naechsten Tage mehr als nur KO – sie war wirklich krank. Tja, man lernt nie aus. Und genau deshalb ist der Weg bei extremer Hitze gesperrt – die Leute sind einfach zu bloed auf Warn- und Hinweisschilder zu achten!!

Der Rundweg ca. 3 Stunden ueber dem Canyon war toll. Sehr beeindruckende Landschaft. Vor allem der Garden of Eden – eine Art Oase mitten im Canyon – war toll. Dort wird im Sommer grundsaetzlich gebadet, aber bei uns war es fast zu frisch dazu.

Nach dem Rundweg fuhren wir weiter um unser Camp fuer die erste Nacht zu beziehen. Auf dem Weg mussten wir noch Holz sammeln fuer das Lagefeuer. Auch hier stellten sich viele Asiaten nicht sehr geschickt an und hielten sich lieber raus als mitzuhelfen…

Ausserdem gab Leslie vor der letzten Tankstelle eine Bierliste rum, in der jeder eintragen konnte, wieviel er die naechsten Tage trinken will :-) So koennen wir gleich groessere Traeger kaufen und kommen billiger weg. Insgesamt waren es 60 Bier, wobei Julien (trinkt kein Bier) und die Asiaten 0-1 eingetragen haben und wir restlichen uns das Bier teilten… Es gibt doch nichts geileres als ein kuehles Bierchen am Lagerfeuer oder beim Sonnenuntergang am Uluru!

Als wir im Lager ankamen war es schon dunkel. Jeder versuchte sich irgendwie nuetzlich zu machen: das Holz abladen, Feuer machen, Gemuese fuers Essen schneiden, Kuhscheisse von unseren Schlafplaetzen entfernen, die Swags (unsere Schlafgrundlage) aufrichten usw. Max, einer der Deutschen, konnte super Gitarre spielen und so war staendig fuer musikalische Unterhaltung nebenbei gesorgt. Leslie kochte dann am Lagerfeuer das Chilli + Reis sowie frisches Brot fuer unser erstes Abendessen. Wow, war das lecker! So gut hab ich hier in Australien noch nicht gegessen!

Danach gabs noch ein paar Bierchen und ab ins Bett bzw den Swag. Der Swag ist eine Art sehr grosser Schlafsack inkl. Matratze in den man seinen eigenen Schlafsack steckt. So ists schoen warm und weich. Wir schliefen also tatsaechlich ohne Zelt am Lagerfeuer unter freiem Himmel – ohne Wolke am Himmel! Das war einfach unglaublich schoen! Ich sah unzaehlige Sternschnuppen am ersten Abend, die ich natuerlich vor allem meiner lieben Theresa gewidmet habe… ;-)

Die Nacht verlief auch ganz ruhig, wobei mein Nachbar Luke einige merkwuerdige Schnarchgeraeusche von sich gab. Aber da ich saumuede war schlief ich gut. Es war nur etwas kalt, da ein ordentlicher Wind ging und naja im Outback ist halt nichts, das vor Wind schuetzt… So zog ich meinen Kaputzenpulli an, Kaputze ueber den Kopf, Schlafsack/Swag bis zur Nase und so gings… Es ist halt wie Wueste. D.h. tagsueber 35 Grad und Nachts 5 Grad!

Am naechsten Morgen hiess es um 5:30 Uhr RAUS aus den Federn und ab zu Kata Tjuta! Erstmal gabs aber Fruehstueck am Lager. Danach fuhren wir zum Campingplatz fuer die zweite Nacht. Dort war die Mehrzahl fuer einen Platz naehe der Toiletten und Dusche – leider. Haette gerne nochmals ausserhalb geschlafen!

(Kata Tjuta)

(Kata Tjuta)

Es gab dann auch erstmal eine Dusche und danachgings los. Von dort war es auch nicht mehr weit zu Kata Tjuta (The Olgas). Auch dort ist es so, dass der Weg durch das „Valley of the Winds“ bei extremen Temperatuern gesperrt ist. Bei uns war es aber auch hier OK und so gingen wir den ganzen Weg, der ca. 4 Stunden gedauert hat. Dieser war unglaublich! Wahnsinn, wie das dort aussieht! Das ist halt der Uluru mal 30 oder so. Kata Tjuta ist den Aboriginis auch heiliger als der Uluru, da dieser mittlerweile zu touristisch ist. Deshalb ist auch nur ein sehr geringer Teil (das „Valley of the Winds“, das uebrigens seinem Namen alle Ehre macht…) fuer eine Wanderung freigegeben. In anderen Gebieten werden immer noch Zeremonien abgehalten!

(Kata Tjuta - Valley of the Winds)

(Kata Tjuta - Valley of the Winds)

Nach der Wanderung hatten wir alle ordentlich Hunger und fuhren zu einem Rastplatz in der Naehe. Dort gabs das restliche Chilli von gestern und noch einige weitere Sachen fuer selbst zu gestaltende Wraps! Seeeehr lecker!

(Uluru und ich :-) )

(Uluru und ich :-) )

Nachmittags fuhren wir dann zum Uluru und machten ca. 1/4 des Basewalk, d.h. des Wegs um den Uluru herum. Leslie war dabei und erklaerte uns einige der Geschichten und der Zeichnungen die dort zu sehen waren. Der Uluru wurde tausende Jahre lang von den Aboriginis besucht um Zeremonien, Feste usw. abzuhalten. Ausserdem hat im Grunde jeder Stein irgendeine Bedeutung fuer die Aboriginis und ihre „Dreamtime-Geschichten“.

Sehr interessant war dann auch ein Besuch des Cultural Center am Uluru! Dort waren z.B. hunderte Briefe von Personen ausgestellt, die Steine, Sand o.ae. vom Uluru als Andenken mitgenommen haben und seitdem nur noch Pech im Leben hatten. Mit der Ruecksendung der Steine hoffen Sie auf „Vergebung“ und dass das Glueck wieder zurueckkehrt. Voll krass…

Der Aufstieg war an diesem Tag auch freigegeben, was aber von den Aboriginis ueberhaupt nicht gerne gesehen wird. Es ist so, dass mittlerweile die Aboriginis wieder die Eigentuemer des Uluru sind, jedoch den Nationalpark fuer 99 Jahre an die australische Regierung verpachten mussten. Und Teil des Deals (Rueckuebertragung des Eigentums) war auch, dass der Aufstieg ermoeglicht wird. Aber die Aboriginigs bezeichnen die Leute, die den heiligen Uluru besteigen als „Ants“ und verachten diese! Daher haette ich ihn auch nie bestiegen!

Nach dem Basewalk fuhren wir zum Sunset-Platz um den Sonnenuntergang mit ca. 500 anderen Touris zu sehen (Bromo laesst Gruessen!). Dieser war aber auch super! Der Uluru wird von der untergehenden Sonne mit immer anderen Farben beschienen und leuchtet mal gelb, rot, dunkelrot, braun usw. Nebenbei ein Bierchen und einige lustige Fotos mit den anderen Teilnehmern.

(Uluru bei Sonnenuntergang)

(Uluru bei Sonnenuntergang)

Leslie bereitete zwischenzeitlich das Abendessen zu und das genossen wir dann am Parkplatz, als alle anderen Busse bereits wieder gefahren sind. Ein Traum – und wieder extrem lecker! Danach gings zurueck ins Lager fuer unsere zweite Nacht unter freiem Himmel. Diesmal widmente ich die erneut zahlreichen Sternschnuppen allerdings nicht mehr Theresa sondern meinen Eltern, Bruder, Theresas Family, meinen Kollegen und Freunden, dem Weltfrieden, dem Umweltschutz usw. Mir sind dann irgendwann die Themen ausgegangen :-))

Am dritten Tag hiess es um 4:30 Uhr RAUS aus den Federn um den Sonnenaufgang am Uluru zu sehen. Es gibt einen eigenen Sonnenaufgangsplatz dafuer (wie eben einen Sonnenuntergangsplatz auf der anderen Seite). Aber da das Farbspiel sehr aehnlich sein wird (meinte Leslie) entschieden wir uns dafuer, nochmals zum Sonnenuntergangsplatz zu fahren. 1. Ist dort keine Sau, weil alle zur anderen Seite fahren und 2. ist der Eindruck des Uluru dann ein anderer – es ist einfach der Umriss zu sehen und dahinter geht die Sonne auf. Das war auch hammergeil!!!

(der Uluru erwacht...)

(der Uluru erwacht...)

Dort gabs dann nebenbei Fruehstueck und danach gings zum Uluru selbst. Der Aufstieg war an diesem Tag gesperrt aufgrund des starken Winds. Also mussten bzw. durften wir den Basewalk gehen (einmal um den Uluru rum). Jeder durfte dabei entscheiden, ob er den vollen oder halben Weg gehen will – fuer beides haette man 2 Stunden Zeit. Es entschieden sich tatsaechlich alle (auch die Asiaten) fuer den vollen Weg. Das war allerdings seeehr ambitioniert. Ich bin fast gelaufen – ohne Pause – und kam gerade so rechtzeitig zurueck. Leslie haette zwar niemandem den Kopf abgerissen, der spaet kommt, aber naja das will halt einfach niemand.

Der Rundweg war schoen, aber ohne Guide  – Leslie hat leider vergessen den Anhaenger zu schliessen und verlor auf dem Weg 3 Gepaeckstuecke, die sie wieder suchen musste – ists halt nur ein grosser Huegel. Wenn man ueber die Zeichnungen und Geschichten nichts erfaehrt ist das einfach alles halb so interessant!

Am Bus angekommen gabs noch nen kleinen Kuchen und dann gings auch schon Richtung Alice Springs zurueck. Die Fahrt dauert schliesslich gute 6 Stunden. Wir luden dann 6 Leute direkt in Yulara (Ort neben Uluru) ab, die direkt von dort weiter fliegen. Wenn ich das gewusst haette, dass es dort einen Flughafen gibt…

Naja aber die Rueckfahrt war so sehr nett. Es war viel Platz im Auto und man konnte sich richtig ausbreiten. Da fast alle schliefen (verstaendlich) setzte ich mich zu Leslie nach vorne und unterhielt mich mit ihr die gesamte Rueckfahrt. Ist ein geiles Gefuehl da vorne zu sitzen und die endlos langen Strassen zu sehen! Nebenbei spielten wir noch ein „Australienquiz“ und hielten noch bei einer Kamelfarm, wo man Kamele reiten kann wenn man will. Aber das hat keiner gemacht. Allerdings sahen wir auch kurz darauf wilde Kamele, was viel geiler war!

Gegen Ende der Fahrt war ich dann allerdings auch so unglaublich muede, dass ich in einer sehr akrobatischen Stellung einschlief – ich merkte das, konnte aber aufgrund meiner Muedigkeit einfach nichts dagegen machen…

die "Rock Tour"

die "Rock Tour"

Zurueck in Alice Springs gings unter die Dusche und dann gabs auch schon die (kurze) Abschlussfete in der „Rock Bar“. Dort tauschten wir natuerlich alle Namen und Emails aus und waren alle froh, ins Bett zu kommen!

Wie gesagt ein perfekter, abtenteuerlicher Trip! Einfach herrlich!

Erstellt am Samstag 9. Oktober 2010
Unter: Australien | Keine Kommentare »

Cairns – Cape Tribulation – Great Barrier Reef – Zusammenfassung Ostkueste Australien

Das letzte Kapitel der Ostkueste nutze ich nun fuer eine Art Zusammenfassung und "Abrechnung" mit dem touristischsten Teil der Erde, den ich bisher erlebt habe.

In Cairns habe ich als erstes eine Tour nach Cape Tribulation gebucht, da dies ueberall und von allen empfohlen wurde. Aber ich muss sagen, das war die bisher groesste Enttaeschung der extrem touristischen und von Deutschen geradezu ueberlaufenen Ostkueste Australiens!

(Krokodil auf dem Daintree River)

(Krokodil auf dem Daintree River)

Wir wurden frueh abgeholt und so begaben wir uns (12 Personen) auf dem Weg nach Cape Tribulation. Das Cape Trib ist der nordoestliche Zipfel Australiens, wo es die aeltesten Regenwaelder der Erde und hunderte Tier- und Pflanzenarten geben soll. Unter anderem zahlreiche Krokodile, 7 der zehn giftigsten Schlangenarten der Erde usw. Wir fuhren auf dem Weg dorthin am Mossman Gorge vorbei (Fluss, wo man evtl. baden kann, aber bei uns war das Wasser zu hoch) und an einem Zoo, wo wir einen Cassowary bestaunten – jeder der einen sehen will sollte zu www.google.de gehen und das Wort eingeben. Es ist mir irgendwie zu bloed, Tiere, die komplett hinter Gittern sind zu fotografieren.

(Flughunde bei Cape Tribulation)

(Flughunde bei Cape Tribulation)

Dann fuhren wir weiter ueber den Daintree River. Dieser verbindet das "Festland" mit dem Cape Trib. Von unserem Tourguide Pete wurde noch gross angekuendigt, dass wir jetzt die Zivilisation verlassen (und ich dachte YUHUUU!) aber bei ihm bestand der Unterschied zwischen Zivilisation und Nicht-Zivilisation wohl nur darin, ob man Handyempfang hat oder nicht. Sonst sah ich keinen Unterschied – es gab geteerte Strassen, oeffentliche Toiletten, Cafes, Supermarkt, Apotheke, Restaurant, Resort&Spa Hotels usw…. So weit ist die Menschheit also schon – Prostmahlzeit ;-)

Spinne Cape Trib

Spinne Cape Trib

Wir fuhren noch an einem Aussichtspunkt vorbei und dann in die verschiedenen Unterkuenfte, die man vorher buchen musste. Ich stieg im Ferntree Hostel ab, was sich als Unterkunft fuer betagtere Personen herausstellte, was ja grundsaetzlich kein Problem ist. Sowas ist mir lieber als diese "Ballermann – Unterkuenfte" die man an der gesamten Ostkueste findet…

(Farne bei Cape Trib)

(Farne bei Cape Trib)

Dort war ich mit nem schweigsamen Norweger (Thor) und einer verrueckten aber lustigen Israelin (Luisa) im Zimmer. Zum Glueck buchte ich keine weitere der suendhaft teuren Touren sondern ging spazieren und kochte. Beim Spazierengehen am Strand und durch den Dschungel – befestigte Wege im Dschungel sind sicher auch ein Zeichen von nicht vorhandener Zivilisation – waren relativ wenige Leute unterwegs, was auf jeden Fall einen Bonuspunkt gibt.

(gelbe Raupe)

(gelbe Raupe)

Thor machte einen Nightwalk durch den Dschungel was sich als totaler Flopp herausstellte, da man nichts gesehen hat…

Das Spazierengehen war aber sehr nett. Ich entdeckte riesige Flughunde, Spinnen, Heuschrecken in lustigen Farben, Raupen in ebenfalls lustigen Farben, Schmetterlinge (JAAA, ich sah den Ulysses, den man nicht so leicht sieht aber fuer ein Foto war er zu schnell!!) und noch einige andere fliegende Tiere und Tierchen.

(vermutlich ne Heuschrecke)

(vermutlich ne Heuschrecke)

Um wenigstens ein bisschen Geld zu sparen entschied ich mich fuer das beste Essen der Welt – Spaghetti mit fertiger Bolognesesauce. Um mal Preise zu nennen: Die Nudeln kosteten gute 2,50 EUR und die Sauce gute 6 EUR. Aber man hat ja zwei extrem leckere Essen davon… :-)

Die Nacht war ruhig. Am naechsten Morgen ging ich erneut spazieren und wurde um ca. 14 Uhr abgeholt um auf dem Daintree River eine Bootstour mit Krokodilsuche zu unternehmen. Das war ganz nett. Wir fuhren auf dem riesigen Fluss entlang und sahen ein grosses, ein ca. 1,5 Jahre altes und ein Baby (ca. 0,5 Jahre alt). Ausserdem einen Kingfisher Vogel und lustige andere Flattertiere.

(und noch ein ganz kleines Krok auf dem Daintree)

(und noch ein ganz kleines Krok auf dem Daintree)

Danach gings zurueck in die "Zivilisation" , d.h. zum Ballermann – aehhhh nach Cairns. Ich war wirklich sehr enttaeuscht von dem ganzen Trip. Auch ueberhaupt von der Ostkueste Australiens und irgendwie kam das alles an diesem Abend hoch. Ich war so richtig sauer. Ich glaub, ich schimpfte der Resi beim Skypen richtig die Ohren voll – Sorry wenns zuviel war Theresa…

Es kann doch nicht sein, dass ich der einzige bin, der sich teilweise von der Touristenabzocke verarscht vorkommt – und am darauf folgenden Abend fand ich endlich Gleichgesinnte. Sowohl in meinem Zimmer waren zwei Maedels (1 Deutsch, 1 Holland) die beide von der Ostkueste enttaeuscht waren und sich einfach etwas komplett anderes vorgestellt hatten. Beim Essen traf ich dann zufaellig auf Anna und Saskia, ebenso Deutsch, die sich mal so richtig ueber diesen extrem teuren und touristischen (ich wiederhole mich sicherlich) Streifen Australiens ausgelassen haben! Ach war das herrlich endlich stundenlang einfach zu Schimpfen und zu Laestern! In so gut wie allem waren wir uns komplett einig.  Z.B. darin, dass es ein totaler Witz ist, das was hier 75% der Leute machen "Auslandserfahrung" zu nennen. Das ist das Gleiche, wie wenn man 6 Monate nach Palma de Mallorca geht und das Auslandserfahrung nennt! Wahnsinn, und zu sowas wollten mich meine Professoren immer ueberreden. "Geh nach Australien, da sammelt man Auslandserfahrung". So ein Witz!!! Hier laufen mehr Deutsche als in Deutschland rum und saufen kann ich in Muenchen, am Ballermann und ueberall auf der Welt!!!

Und das was Anna und Saskia erzaehlt haben, dass sie einige getroffen haben, die seit Monaten nur im Hostel rumflacken und jeden Abend Filme auf ihrem Laptop schaun, saufen und schlafen glaube ich sofort!

Das mit den Laptops muss man sich sowieso mal auf der Zunge zergehen lassen. Hier gibt es bei Burger King und McDonalds und sicherlich noch bei anderen Orten kostenlos WIFI Zugang. Wirklich 80% der Leute sitzen beim MAC und haben einen Laptop vor sich – wie krank ist das denn!?!?! Das kann man schwer beschreiben aber man weiss auf den ersten Blick nicht ist es ein MAC oder ein Internetcafe. Wie wird das denn in 10 Jahren sein – da kommste wohl gar nicht mehr in den MAC rein, wenn du keinen Laptop hast!?

Total krank!

DANKE Anna und Saskia! DANKE fuers Laestern, fuer den guten Plastiktueten-Wein, fuer eure witzigen Geschichten und fuer den neuen Mut, den ihr mir dadurch gegeben habt!

Am Tag darauf ruhte ich mich ein wenig aus und buchte wiederum fuer den folgenden Tag eine Tauch- und Schnorcheltour ins Great Barrier Reef. Dieser Ausflug war der Beste, den ich bisher erleben durfte (nach Fraser Island).

Wir wurden frueh abgeholt und zum Boot (Reef Experience) gebracht. Dort setzte ich mich neben zwei US-Maedels aus California die ganz nett waren. Mir gegenueber sassen 3 Chinesen.

Die Fahrt ins Reef (erster Stopp Hastings Reef) dauerte gute 2 Stunden. Nach guten 3 Minuten Fahrt war die erste Chinesin mir gegenueber total seekrank. Da hatte der lustige Organisator noch gar nicht angefangen seine Tipps gegen Seekrankheit (u.a. kostenlose Ingwertabletten) zu erzaehlen. Als die Dame mit den Tabletten an unseren Tisch kam sah sie die Chinesin mit grossen Augen an und traute den Augen wohl nicht so ganz, denn nach 3 Minuten seekrank zu sein (bei NICHT DEN GERINGSTEN WELLEN) hat sie wohl auch noch nicht gesehen. Naja, die Chinesin kaempfte noch ein wenig. Als "es" soweit war sahen es zwei der Crewmitglieder. Der eine rannte zu den Kotztueten, sprang ueber den Tresen und hielt ihr gerade noch einen Tuete vor den Mund – das gab High-5 mit den anderen Crewmitgliedern :-)

Nach ca. 1 Stunde Fahrt merkte ich auch, dass es wohl mal besser waere raus zu gehen. Mir war nicht uebel, aber leicht mulmig und draussen beruhigt sich das meist schnell wieder. Ich ging bei der Tuer raus und traute meinen Augen kaum. Das ganze Boot war voll mit kotzenden Passagieren! Sowas hab ich noch nicht gesehen. Also schnell ins Eck und aufs offene Meer schauen – sonst kotz ich nicht wegen Seekrankheit sondern wegen kotzenden Seekranken… :-)

Naja, als wir ankamen bekamen wir eine kurze Einweisung ins Tauchen – es sollte ja mein erster Tauchversuch werden. Mulmig war mir schon, denn so ohne ist das Tauchen dann auch wieder nicht… Da ich aber erst in Gruppe 8 war gings erstmal zum schnorcheln. Dort bekam ich richtig Hoehenangst, weil ich natuerlich erst ins falsche Teil des Reefs geschwommen bin, der mal so richtig tief war. Also raus ausm Wasser und gesagt, dass ich nicht tauchen werde – denn wenn ich schon Angst beim Schnorcheln bekomme….

Naja der Crewtyp meinte dann: "Come on, guy, do it for me – you will love it!"

OK dachte ich dann komm ich halt in 10 Minuten nochmal und sag dann ab. Also nochmal schnorcheln und diesmal in den richtigen Teil des Reefs. Und da wars saugeil! Die Sicht war nicht die beste (Indonesien war um klassen besser!!) aber dafuer schwomm eine richtig grosse Schildkroete direkt neben und unter mir. Ich folgte der Schildkroete mindestens 30 Minuten und genoss dieses gechillte Schwimmen! Wehe meine ca. 10 Fotos mit der Unterwasserkamera werden nichts!!!

Great Barrier Reef (Hastings Reef)

Great Barrier Reef (Hastings Reef)

Dann wurde meine Gruppe gerufen und ich schwamm ploetzlich richtig motiviert zum Tauchen. Guertel rum, Flasche drauf und als es hiess "are you ready to do down" sagte ich nur "Yes!" und rein mit dem Stoepsel in den Mund. Unter Wasser zu atmen ist halt etwas Neues fuer mich. Also atmete ich erstmal so schnell als gaebe es bald keine Luft mehr und sah vor lauter Blasen den Tauchlehrer nicht mehr… :-)

Also wieder hoch und der Tauchlehrer meinte "Relax, relax". Das nahm ich mir zu Herzen und beim zweiten Versuch gings deutlich besser! War richtig geil das Gefuehl unter Wasser. Ich musste mich dann an einer Art Leiter wie einige andere festhalten und nachdem die letzten meiner Gruppe runtergeholt wurden gings noch ein bisschen weiter runter. Leider bekam ich dann schnell Ohrenprobleme. Das mit dem Druckausgleich hat nicht funktioniert. Der Tauchlehrer meinte ich soll doch den Kopf schief legen oder die Nase zu und so den Druck ausgleichen aber das hat alles nicht geklappt – LEIDER!

So warens im Endeffekt ca. 3 Meter unter Wasser und ich wollte dann wieder hoch. Wenn ich Schmerzen im Ohr hab machts keinen Spass.

Naja egal, danach wurde noch geschnorchelt, gegessen und nochmals geschnorchelt am zweiten Punkt, dem Michaelson Reef.

Die Chinesin lag uebrigens mittlerweile auf einer Bank im Boot (so wie die gesamte restliche Zeit). Sie ass den ganzen Tag nichts, trank nichts (ausser einem Glas Wasser). Sie sah einfach nur tot aus. Ich habe in meinem Leben noch keinen so kreidebleichen Menschen gesehen! Was fuer ein Ausflug…

Beim Zurueckfahren gabs Cracker und Wein. Ein sehr gelungener Ausflug an dem ich richtig Blut geleckt habe was das Tauchen betrifft. Dieses ruhige Dasein unter Wasser hat was!!!

Noch einen Tag in Cairns muss ich aushalten und dann gehts weiter nach Alice Springs zum Uluru, den Kata Tjuta (Valley of the Winds) und dem Kings Canyon! 2 Naechte Camping unter freiem Himmel – freu mich richtig drauf! Endlich mehr Abenteuer!!!!

Erstellt am Dienstag 28. September 2010
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Hervey Bay – Airlie Beach (Whitsunday Islands) – Townsville + Magnetic Island – Cairns

Die Nachtbusfahrt von Hervey Bay nach Airlie Beach (13 Stunden) ging schnell vorbei. Ich konnte sogar ein bisschen schlafen. Insgesamt waren 6 Maedels und ich an Board, so war auch ausreichend Platz…

(Whitehavenbeach)

(Whitehavenbeach)

Angekommen in Airlie Beach bezog ich mein Zimmer im YHA und haute mich erstmal aufs Ohr. Mittags gings dann los auf Tour-Suche fuer die Whitsunday Islands. Das Wetter war zum Glueck traumhaft und sollte auch die naechsten Tage so bleiben. Nach einigen Ueberlegungen hab ich mich dann fuer eine 1-Tages-Tour entschieden. Das mit dem Segeln klang nett, aber irgendwo dachte ich muss ich auch mal sparen – also fange ich hier an.

Es gibt im Grunde 3 Moeglichkeiten eine 1-Tages-Tour zu machen:

1. ein richtiges Schnellboot (was mir dann etwas zu schnell, weil zu kurz von der Dauer war)

2. ein Segelkatamaran, d.h. ein schnelles Segelboot (was mir etwas zu langsam war, weil man nur kurz an den Orten bleiben konnte)

3. ein grosses Ausflugsschiff (dafuer hab ich mich letztendlich entschieden, weil  das umfangreichste Programm geboten wurde und es das guenstigste Angebot war!))

Das Bott war OK, ziemlich voll (120 Personen) aber dementsprechend natuerlich sehr unpersoenlich. Gut, das ist halt was anderes als ein kleines Segelboot mit 6 Personen drauf…

(Koalawarnung auf Magnetic Island)

(Koalawarnung auf Magnetic Island)

Wir fuhren zuerst zum Whitehaven Beach. Das ist ein weisser „“Traum-„Strand. Klar ist der schoen (der Sand ist wie Mehl – sooo weich…). Aber im Endeffekt ist es halt auch nur ein Strand wie jeder andere auch und ich bin nicht der wahnsinns Strandfanatiker. Weiter gings zum Schnorcheln nach Hook Island. Das war nett, aber Indonesien war um Klassen besser. Das Wasser war naemlich in Indo viel klarer und so konnte man viel weiter sehen! Bei Hook Island waren dafuer viel mehr Fische (hatte die ganze Zeit welche in den Haenden und an den Fuessen beim schwimmen…). Leider war das schnell wieder vorbei, weil es noch eine Fahrt mit einem Glosbodenboot gab. Aber da das Wasser eben auch hier nicht sehr klar war, war das auch nicht der Mega-Brueller.

Als dritten Stopp gabs dann noch Daydream Island. Das ist ein 6-Sterne-Resort mit eigenem Riff unter dem Restaurant usw. Sehr luxurioes (6000 AUD fuer eine Nacht!!!). Aber auf sowas stehe ich halt mal ueberhaupt nicht und daher war diese Werbefahrt eher langweilig.

Fazit des Ausflugs: Nett aber wuerde ich nicht nochmal machen!

Weiter gings dann gleich in der Nacht mit dem Nachtbus nach Townsville. D.h. es war kein wirklicher Nachtbus, denn die Fahrt ging um 02:15 los und ich kam um 6:45 an. 

(Bus)

(Bus)

Dementsprechend K.O. war ich bei der Ankunft. In Townsville ging ich in ein Guest House und legte mich dort auch erstmal aufs Ohr. Danach ein bisschen die Stadt angesehen (ist relativ gross) und auf den Castlehill-Lookout gegangen. Das ist eine Art Aussichtshuegel ueber die Stadt und das Outback. Keine Ahnung wie hoch, aber ich kam ordentlich ins Schwitzen (und die Einheimischen nutzen den Berg fuers joggen – ich war der einzige mit FlipFlops und ohne Joggingschuhe…).

(ist er nicht nett...)

(ist er nicht nett...)

Am Tag darauf gings nach Magnetic Island. Die Insel liegt nur 20  Minuten von Townsville entfernt und ihr wird nachgesagt, ganz nett zu sein. Kaum angekommen und im Hostel meiner Wahl (Arcadia Beach Guest House) angerufen kam auch gleich ein gruener Rolls Royce und holte mich ab. Was fuer ein geiles Auto… Und es passt zur Unterkunft. Die gehoert zwei Robinso-Crusoe-Typen, die aber beide sehr laessig und nett sind!

Die Insel ist mit zahlreichen Wanderwegen ausgestattet und so machte ich dann auch gleich noch ne Wanderung nach „The Forts“. Das ist eine alte Verteigungsanlage aus dem zweiten Weltkrieg um Townsville vor den Japanern zu beschuetzen. Dort sah ich die ersten frei lebenden Wallabys (kleine Kaenguruhs), Koalas und viele Lorikeets. Das sind richtig geile Voegel, die ganz schoen krach machen aber extrem farbenfroh sind. Koalas sind immer etwas unspektakulaer, weil sie den ganzen Tag nur schlafen und dann zwischendurch fressen… Aber sehr nette Tierchen.

Die Ausblicke von dort oben waren sehr schoen! Man sah die zahlreichen Buchten der Insel, in denen teilweise kein Mensch ist. Das ist fast unglaublich. Traumhafte Sandbuchten mit glasklarem Wasser und kein Mensch dort! Sowas gefaellt mir – nicht diese Tourimassen wie in Airlie Beach oder Hervey Bay…

Ich blieb drei Tage auf Magnetic und genoss die Zeit in vollen Zuegen. Leider waren die angekuendigten 315 Sonnentag pro Jahr bei mir grad im Urlaub, sodass ich 3 Tage Bewoelkung und (gelegentlich) Regen hatte. Aber trotzdem wars schoen.

Die Abende mit Ian und Paul, den beiden Hostelinhabern waren ebenso gut gelungen (Pizza, BBQ, Braten – lecker!!).

(Lorikeet - die machen einen Laerm...)

(Lorikeet - die machen einen Laerm...)

Nach 3 Tagen war es aber auch genug und Zeit weiter zu ziehen. Ich habe in Cairns ja noch einiges vor (Cape Tribulation, evtl. Atherton Tablelands, Great Barrier Reef Schnorcheln und evtl. tauchen).

In Cairns mit dem Bus angekommen wurde ich vom Hostel-Putzmann abgeholt und durfte im 6-Bett-Zimmer mein Bett beziehen. Dann musste ich mal was essen und ging mit einer Irin, einer Amerikanerin und einem Deutschen aus meinem Zimmer ins Woolshed zum essen und ja dann auch trinken. Dass das ne Partybar ist hab ich erst im nachhinein herausgefunden und fuer Kondom auf dem Kopf zum Platzen bringen fuehl ich mich langsam doch zu alt, aber war ganz ok.

(Wallaby)

(Wallaby)

Mal kuckn was hier geboten ist. Cairns ist die absolute Touri-Hauptstadt und damit das absolute Gegenteil dessen, was ich wirklich gerne mag. Aber vielleicht ists ja doch nicht so schlimm wie befuerchtet…

Erstellt am Samstag 25. September 2010
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