Archiv für die 'Neuseeland' Kategorie

Neuseeland Suedinsel Teil 3 (Dunedin, Catlins, Te Anau (Milford Sound), Queenstown, Routeburn Track)

So, ich fang jetzt mal zeitlich von hinten an…

Mein letztes „groesseres“ Vorhaben war, einen der 9 sog. „Great Walks“ Neuseelands komplett zu gehen. Das sind die offiziell schoensten Wanderwege hier. Der bekannteste davon ist der Milford Track, der am Milford Sound endet aber schon immer ca. 6 Monate im voraus ausgebucht ist ;-) Ich habe mich fuer den Routeburn Track entschieden. Dieser ist zwar der kuerzeste (ca. 33 km) aber dafuer einer der anstrengenderen.

Ich fing in Glenorchy (noerdl. von Queenstown) an und beendete ihn in der „Divide“, dem tiefsten Punkt auf dem Weg zum Milford Sound. Der Walk ist ein One-Way-Walk und kann theoretisch von beiden Seiten begonnen werden. Man kann ihn in einem Tag (muss aber sehr hart sein), in zwei oder auch in drei Tagen gehen. Ich bin ihn in 2 Tagen + 2 Naechten (d.h. von Mittag bis Mittag) gegangen. Das war fuer mich genau richtig.

Dass das Wetter die drei Tage nicht haette perfekter sein koennen (warm mit ein paar fotogenen Wattewoelkchen, nicht zu heiss, kaum Wind) muss ich ja gar nicht erst betonen. Das ist eh schon selbstverstaendlich hier ;-)

Im Bus zum Startpunkt war nur eine weitere Person „allein“ – Stefanie aus Frankreich. So haben wir zwei uns zusammengeschlossen und sind die ersten 1,5 Tage zusammen gegangen. Am letzten Tag musste sie schon 3 Stunden eher am Endpunkt sein, da ihr Bus noch in den Milford Sound fuhr und meiner nur zurueck nach Queenstown. Aber so wars die Tage nie langweilig und in den Huetten trifft man dann eh Leute aus der ganzen Welt, mit denen man ein bisschen quatschen kann.

mit meiner Trackbegleitung Stefanie aus Frankreich

mit meiner Trackbegleitung Stefanie aus Frankreich

Der erste Teil des Walks fuehrte durch schoene Waelder, ueber ein paar Haengebruecken und am „Route Burn“-Fluss entlang. Am Ende des Wegs gings langsam ca. 700 Hoehenmeter nach oben bis auf gut 1100 m Hoehe.  Trotz des Rucksacks mit ca. 14 kg. Gepaeck (habs gewogen :-) ) war der Weg echt nicht schwer und schoen zu gehen. Wir sind auch langsam gegangen, da wir keinen Stress hatten und die ganze Zeit gequatscht haben… :-)

Natuerlich gabs wieder eine dieser vielen, vielen „Das gibts doch gar nicht“ – Begegnungen. Im Hostel in Te Anau spricht mich ein Typ an, ob ich zufaellig ein Buch fertig gelesen habe, das ich mit ihm tauschen koennte. Wir quatschten ein bisschen und wuenschten uns noch viel Spass. Zwei Tage spaeter gehe ich ein kleines Stueck des Routeburn-Tracks wandern (mal testen), als mir ein Typ ( der Gleiche) entgegen kommt. Erst gingen wir aneinander mit dem obligatorischen „Hello“ vorbei. Aber dann drehten wir uns beide gleichzeitig um und lachten, weil schon das grosser Zufall war. Er wollte den Track an einem Tag gehen und ich wuenschte ihm viel Spass dabei. Das war der erste Teil der Story…

Gehe ich mit Stefanie den Track entlang und ploetzlich kommt mir dieser Typ doch tatsaechlich gute 8 Tage spaeter wieder auf dem Routeburn Track entgegen. „Du schon wieder – hast also doch eine ganze Woche gebraucht!?“ sagte ich und „Das gibts doch gar nicht“ sagte er :-). Er hat den Track beim ersten Versuch abgebrochen, weil er Bauchkraempfe hatte. Er ist ihn genau an diesem Tag nochmal gegangen, als auch ich gestartet bin.

Und sowas passiert so UNFASSBAR oft, das ist kaum vorstellbar! Fast taeglich treffe ich zufaellig Leute an den unmoeglichsten Stellen wieder – echt lustig!

Mt. Aspiring National Park (Routeburn Track)

Mt. Aspiring National Park (Routeburn Track)

So, zurueck zum Track: Die erste Huette – Routeburn Falls Hut – war direkt neben einem grossen, schoenen Wasserfall gelegen. Das Ende des Tages wurde dann mit extrem leckeren Instantsuppen (ich hoffe man merkt den Sarkasmus) eingelaeutet. Dann gabs noch ne kurze Ansprache von unserer Huettn-Dame und ab gings ins Bett sobalds dunkel (und ploetzlich saukalt!!!) war. Der Schlafraum wurde von allen 50 Personen auf der Huette geteilt – an dieser Stelle ein grosses Lob und Dank an meine Ohrstoepsel!!! ;-) 

Lake Harris (Routeburn Track) - der hoechste Punkt (1300 m)

Lake Harris (Routeburn Track) - der hoechste Punkt (1300 m)

Der zweite Tag war der schoenste Teil der Wanderung. Es ging den ganzen Tag eine Art Abhang (Lake Harris, Harris Saddle, Harris Bluffs) entlang mit wunderbaren Ausblicken ins Hollyford Tal und auf die umliegenden Berge. Auch das Tasmanische Meer (Martins Bay) konnten wir von dort oben sehen! Daneben gabs ein paar Gletscherseen, zig Wasserfaelle (mal groesser, mal kleiner) und leckere „Bavarian“-Salami mit Kaese und Crackern zum Essen ;-)

hmmm, a guade bayerische Salami :-)

hmmm, a guade bayerische Salami :-)

Am Ende des Tages kamen wir am Lake Mackenzie an, den man schon von weit oben sehen konnte (liegt in einem sehr schoenen Tal). D.h. wir kamen schon um ca. 15 Uhr an und verbrachten den restlichen Tag am See mit den anderen Mitwanderern. Ein paar sind sogar in den See gesprungen, was bei ca. 12 Grad Wassertemperatur durchaus mutig ist/war…

Blick auf Lake MacKenzie mit Foto-Blume :-)

Blick auf Lake MacKenzie mit Foto-Blume :-)

Am Abend gabs wieder eine Ansprache vom neuen Huettn-Sepp und die war mal richtig lustig. Ich glaub er hat alle Geschichten ausgepackt, die er in 15 Jahren erlebt hat (weil wir auch immer weiter gefragt haben) :-) Am besten gefiel mir die von der Dame, die mit Louis-Vuitton (hoffe richtig geschrieben) Rollkoffer auf den Berg gehen wollte und sehr erbost war, als ihre Rollen am Koffer im Eimer waren :-) Ich glaub die erleben hier schon amuesante Sachen mit den Touris aus aller Welt…

Lake MacKenzie (Routeburn Track)

Lake MacKenzie (Routeburn Track)

Auch an diesem Abend gabs wieder die geliebte Instantsuppe (wenigstens war sie leicht zu tragen…) und einen Schokoriegel :-) Getrunken haben wir sowieso nur das glasklare Wasser, das in den Seen/Wasserfaellen usw. zur Verfuegung war ;-)

leckeres Gletscherwasser zum Trinken

leckeres Gletscherwasser zum Trinken

Der dritte Tag ging dann die meiste Zeit durch schoenen, sehr moosbewachsenen Wald zu den beeindruckenden Earland Falls – und ein paarmal hatte man noch Ausblicke ins Hollyford Valley. 

Earland Falls (RB Track)

Earland Falls (RB Track)

Vor allem der Weg zum Key Summit kurz vor dem Ende des Tracks wurde mit 360 Grad Rundblick (u.a. auf den Lake Marian=Gletschersee) belohnt – sehr, sehr schoen :-)

das ist der Routeburn Track - (oberhalb der Baeume) Ausblick vom Key Summit

das ist der Routeburn Track - (oberhalb der Baeume) Ausblick vom Key Summit

Laut einer lonely Planet-Umfrage ist der Routeburn einer der 10 schoensten Wanderwege der Welt (nicht der Milford!!). Er war auch wirklich sehr, sehr beeindruckend – und vor allem bei diesem Wetter m.E. kaum schlagbar ;-) 

aufm Key Summit (Routeburn Track)

aufm Key Summit (Routeburn Track)

So, dann wieder weiter zurueck in der Zeit :-)

 Bevor ich in Queenstown ankam und den Routeburn Track in Angriff genommen habe war ich in Dunedin (unspektakulaere groessere Stadt mit der steilsten Strasse der Welt :-) ), in den Catlins (suedlichstes Gebiet Neuseelands Suedinsel) und in Te Anau/Milford Sound.

Eigentlich mit am besten an ganz Neuseeland hat mir das Catlins-Gebiet gefallen. Da sieht man halt mal wirklich stundenlang kein Auto und keinen Menschen – dafuer unzaehlige Schafe. Und die Kueste mit den Straenden ist absolut beeindruckend! Dort ist ebenso keine Menschenseele. Das kann aber auch daran liegen, dass bei mir dort ausnahmsweise mal kein Bilderbuchwetter war (es war BEWOELKT, ja tatsaechlich BEWOELKT!) :-) Und das Foto am suedlichsten Punkt der Suedinsel (Slope Point) war natuerlich einen kleinen Umweg von ca. 20 km wert ;-)

am suedlichsten Punkt der Suedinsel

am suedlichsten Punkt der Suedinsel

Der Milford Sound ist der bekannteste Fjord (inkl. Strecke dorthin). Mir hat es allerdings nicht so gut gefallen, da mir dort einfach ca. 100 Busse und 2000 Mietautos/Campervans zufiel unterwegs waren. Vielleicht war ich aber einfach nur schlecht drauf an dem Tag, was auch an meinem ausufernden Heuschnupfen liegen konnte… Ein paar nette Bilder gabs trotzdem zu machen – u.a. vom Mitre Peak (Postkartenmotiv vom Milfrod Sound), Keas und Schafen denen es auch langsam zu heiss wird hier in Neuseeland :-)

Mitre Peak (Milford Sound)

Mitre Peak (Milford Sound)

Der Kea ist ein „beruehmter“ Alpenpapagei, da er ziemlich frech auf die Leute zugeht und die Taschen/Schuhe usw. nach Essen durchsucht :-)

Kea (Alpenpapagei) auf nem Auto

Kea (Alpenpapagei) auf nem Auto

Die armen Schafe leiden genauso wie ich unter der Hitze…

auch den Schafen ist es zu heiss!

auch den Schafen ist es zu heiss!

Was ich fast vergessen haette: In Te Anau bin ich noch ein Stueck des Keppler Tracks (auch einer der 9 Great Walks) gegangen. Hier ist mir echt was Krasses passiert!

Kurz nach Beginn des Tracks komme ich an ein Warnschild auf dem es hiess „Achtung: Falken nisten in der Naehe des Tracks. Bitte tragen Sie entweder einen Hut oder halten Sie einen Stock in die Luft“. Hmmm, was mach ich da, dachte ich mir, denn ich hab keinen Hut und nen Stock hab ich jetzt auch grad nicht parat. Naja, geh ich halt mal los und geh zuegig, dann wird das schon passen – und was soll schon sein ;-) Gut, ca. 10 Meter spaeter hoere ich ein lautes „krah, krah, krah“ ca. 10 Meter links von mir und sehe dort einen grossen Vogel aufsteigen. Tja, dachte ich jetzt, was mache ich nun – und wollte schon fast die Kamera rausholen… Aber dann entschied ich mich doch dazu, zuegig weiter zu gehen. Denn wenn schon ein Warnschild dort ist wirds schon einen Sinn haben… Wieder ca. 10 Meter spaeter bekam ich ploetzlich einen Schlag an den Kopf, als haette mir jemand mit einem Stock voll eine drueber gezogen! Das war echt brutal! Ich hab natuerlich auch geblutet. Verdammt, hat mir der Falke eiskalt mit den Klauen oder dem Schnabel oder was auch immer ordentlich eine Lektion erteilt! Gut, dann entschied ich mich doch fuer die Sprint-Nummer und bin gelaufen wie selten zuvor im Leben :-) So einen Knaller wollte ich nicht nochmal abbekommen!

Das Problem daran war nur: Ich musste den gleichen Weg wieder zurueck gehen! Und ich glaub so bloed hab ich noch nie ausgesehen beim Gehen/laufen. Ich hielt zwei total verrottete Aeste in die Luft (da war nix anderes!!!) und rannte wie ein Wilder an dieser Zone vorbei. Diesmal gabs kein „Krah, krah, krah“ und keine weiteren blutende Kratzer am Kopf… Gut, jetzt kann ich auch das „Mal von einem Falken attackiert werden“ auf meiner Lebens-To-Do-Liste abhaken :-)

Ja und so verbringe ich nun meine letzten Neuseeland-Tage in Queenstown/Christchurch und beginne mit der Thailand-Planung. Das wird nochmal ein gehoeriger Schock mit den kleinen wuseligen Thais…

Aber ich hab ja schon einiges in Asien erlebt und gesehen also hoffe ich, ich stehe das gut durch :-) Immer laecheln und „No, thank you“ sagen – das ist das Wichtigste ;-)

Queenstown

Queenstown

Erstellt am Freitag 10. Dezember 2010
Unter: Neuseeland | 4 Kommentare »

Neuseeland Suedinsel Teil 1 (Christchurch, Kaikoura, Queen Charlotte Track, Abel Tasman NP)

Eins gleich mal vorab – das Wetter in Neuseeland ist bisher ueber lange Zeit besser als in allen Orten der Welt, in denen ich bisher war. Also zu der Zeit und dort wo ich war zumindest… Das ist echt der Wahnsinn. Ich hab mit einer Art Irland Teil 2 gerechnet (jeden Tag alle vier Jahreszeiten…) aber Nein, es hat jeden Tag Sonne pur! Hammergeil!!!

Ein passendes Foto dazu (das hat mich unzaehlige Versuche gekostet…)

Yeah - endlich ist mir mal ein gutes gelungen :-)

Yeah - endlich ist mir mal ein gutes gelungen :-)

Der Flug von Auckland nach Christchurch war unspektakulaer (zum Glueck) und auch mein Aufenthalt in Christchurch war unspektakulaer (zum Glueck). Wer das nicht mitbekommen hat: In Christchurch gab es ein heftiges Erdbeben Anfang September und seither immer wieder mal schwaechere, mal staerkere Nachbeben. Auch als ich dort genaechtigt habe gab es mehrere Beben – allerdings hab ich nix davon gemerkt. Ein paar Strassen/Geschaefte waren aufgrund Reperaturarbeiten und/oder Einsturzgefahr gesperrt, aber das wars dann auch… In den Tagen nach mir gab es wohl wieder spuerbare Erdbeben. Tja, irgendwie Schade, denn ein Erdbeben mal live zu Erleben waer auch cool ;-)

Ich blieb 3 Naechte im relativ grossen und dadurch anonymen YHA, wobei ich auch dort ganz nette Leute kennengelernt hab.

Christchurch an sich ist wie jede andere grosse Stadt – d.h. man verpasst nix, wenn man es nicht gesehen hat. Allerdings war sie schoener als Auckland! U.a. wirklich nette botanische Gaerten in denen man sich kostenlos aufhalten kann und eine schoene Fussgaengerzone mit alten Haeusern. Ausserdem ging ich in den umliegenden Bergen ein bisschen wandern (u.a. Bridle Path, Mt. Cavendish). Das ist echt empfehlenswert!

Blick auf Christchurch vom Bridle Path

Blick auf Christchurch vom Bridle Path

Nach langem Hin- und Her entschied ich mich erneut dazu, ein Mietauto fuer die Suedinsel zu nehmen. Es ist zwar nicht billig, aber man ist einfach soooo viel flexibler als mitm Bus – und die vielen kleinen Lookouts am Strassenrand machen das Land erst so richtig schoen!

Von Christchurch fuhr ich in einen der fotogensten Orte, die ich bisher gesehen hab – Kaikoura. Das ist eigentlich ein richtiges Kaff, aber im Hintergrund schneebedeckte Berge und davor das Meer, in dem Wale, Delphine und Seehunde fast direkt an der Kueste umherschwimmen gibts sicherlich nicht oft auf der Welt.

Kaikoura Lookout

Kaikoura Lookout

Da ich in Australien aufgrund des Preises kein Whalewatching gemacht hab, entschied ich mich dafuer hier eines zu machen. Das war zwar etwas „hastig“ aber trotzdem beeindruckend. Wir fuhren mit dem Boot aufs Meer relativ weit raus, denn der gesichtete Wal sollte ca. 20 Meilen vor der Kueste sein. Es dauerte ca. 1 Stunde dorthin zu gelangen. Waehrend der Fahrt unterhielt uns eine Art Halb-Rapper (ich glaub zumindest er waere gern Rapper geworden, so wie er geredet hat – „Yo Man“ alle paar Sekunden und schief aufgesetztes Cap) mit Walgeschichten. Haette nicht sein muessen, aber so verging die Zeit zumindest. Kurz vor der Ankunft hiess es ploetzlich: „Get your cameras ready“ – der Wal ist gerade aufgetaucht! Und da er nur ca. 5 Minuten an der Luft bleibt und dann wieder fuer ca. 1 Stunde abtaucht sollten wir dies nutzen! Also alle Mann ran an die Kameras!! Als es erlaubt war, stuermten die Leute wie die Wilden – nein, wie die Verrueckten – nein, wie die totalen Vollidioten (jaaa) raus ausm Boot, brachten sich gegenseitig fast um, um nur ja ein Foto zu bekommen. Das war mir ca. 50 Nummern zu bloed und so war ich der Letzte, der aus dem Boot ging und eigentlich eine beschissene Position hatte (der Wal war rechts, ich war links). Aber ploetzlich war er verschwunden. Ein anderes Boot kehrte schon um und fuhr zurueck. Unser Captain blieb noch „max. 5 Min“ wie er sagte und drehte nochmal um – und siehe da: Gott ist mal wieder gerecht! Der Wal war ploetzlich direkt vor mir und ich hatte die beste Position. Tja, die letzten werden die ersten sein sag ich da nur ;-)

So entstanden schoene Bilder und ein echt beeindruckendes Erlebnis.

(Wal beim atmen)

(Wal beim atmen)

oder das…

(Wal im Abtauchvorgang)

(Wal im Abtauchvorgang)

Von Kaikoura fuhr ich auf der herrlichen Kuestenstrasse nach Anakiwa – Startpunkt des Queen Charlotte Tracks. Auf dem Weg sah ich dutzende Seehunde an den Buchten und an einem Wasserfall sogar ein paar ganz kleine – sehr, sehr schoen! Das war mit das beste bisher in Neuseeland!

Der Queen Charlotte Track ist einer der 9 „Great Walks“ Neuseelands – und der am wenigsten ueberlaufene (weil am uninteressantesten). Ich ging von Anakiwa nach Mistletoe Bay in ca. 4,5 Stunden (einen der schoensten Teile). Dort wurde ich mitm Boot vom Hostel-Heini wieder abgeholt. Zusammen mit ner Australierin fuhren wir dann noch a bisserl durch den Sound um wieder zurueck zum Hostel zu fahren.

Queen Charlotte Sound

Queen Charlotte Sound

Das Beste an dem ganzen Tag passierte allerdings, als ich auf dem Steg ca. 45 Min. auf das Boot gewartet habe. Ploetzlich erschienen im Wasser 4 Delphine (Bottlenose Dolphins) und schwammen die ganze Zeit um mich herum. Sie waren direkt unter meinen Fuessen und tauchten auch immer wieder auf – leider keine Jumps aber trotzdem super! Ich war ganz allein und konnte das total geniessen! Das war das Beste bisher in Neuseeland (hat die kleinen Seehunde – s.o. – auf Platz 2 verdraengt)! Der Hostel-Heini meinte, Delphine kommen hier nicht oft hin, also hatte ich viel Glueck!

4 Delphine in der Mistletoe Bay (Queen Charlotte Track)

4 Delphine in der Mistletoe Bay (Queen Charlotte Track)

Von Anakiwa gings zum Abel Tasman National Park. Dort muss man einfach Kayak fahren – ich glaub das Kayak wurde nur fuer hier erfunden :-). Auf jeder Internetseite und Postkarte sieht man Kayaks im Abel Tasman NP… Also buchte ich ne Tour (halber Tag) bei einem der unzaehligen Touranbieter.

Meine Tour startete in Golden Bay (Ende des Abel Tasman NP). Wir „fuhren“ (wie sagt man denn da) ca. 4 Stunden auf dem Wasser an mehrere Buchten und an einigen Felsen im Wasser vorbei. War wiederum sehr schoen! Kurze Beschreibung: Sonst keine Menschenseele, glasklares Wasser, wir sahen viele Voegel (kann mir die Arten nicht merken), einige Seehunde direkt neben unseren Kajaks, ein kleiner Pinguin direkt vor uns im Wasser und schoene Sandstraende. Was gibts besseres?!?!

(Kayak-Trip Golden Bay mit Cathlyn meiner Kayak-Begleitung aus Auckland)

(Kayak-Trip Golden Bay mit Cathlyn meiner Kayak-Begleitung aus Auckland)

Abschliessend mal ein erstes Statement zu Neuseeland: Neuseeland gefaellt mir bisher am besten von allem, was ich auf der Reise gesehen habe. Allerdings liegt das zum Grossteil an zwei wesentlichen Punkten: 1. eigenes Auto und 2. traumhaftes Wetter (Sonne, warm aber nicht heiss und/oder schwuel!!). Die Abwechslung, die hier auf engem Raum geboten ist, ist schon absolute Klasse!

So, dann mal auf zu den Gletschern im Sueden der Suedinsel – hoffentlich bleibt das Wetter so!!!

Erstellt am Freitag 19. November 2010
Unter: Neuseeland | 4 Kommentare »

Neuseeland – Nordinsel (u.a. Waitomo, Tongariro, Rotorua)

Puhhh,  die letzten 10 Tage bin ich in „Rekordtempo“ die Nordinsel abgefahren. Keine zwei Naechte an einem Ort. Wenn so der ganze Urlaub waere, wuerds mich nach spaetestens 3 Wochen umhaun. Zum Glueck hab ich jetzt noch 5 ruhige Tage in Auckland, wo ich relaxen, lesen, shoppen, Emails schreiben, Kino gehen usw. kann. Ausserdem will ich hier gleich meinen Trip im Sueden planen, sodass ich dort nicht wieder von „Null“ anfangen muss. Und am Samstag steigt DAS Rugbyspiel schlechthin, was ich mir im Stadion anschaun werde: Neuseeland – Australien (dazu noch England – Papua Neuguinea). Hab noch nie ein Rugbyspiel gesehen und auch eigentlich keine Ahnung von Rugby. Aber da es die einzige Sportart ist, die Neuseelaender interessiert, muss ich das sehen ;-)

Also hab ich doch wieder einiges vor…

Die Nordinsel Neuseelands wird von vielen als nicht sooo schoen und sehenswert beschrieben. Manche Reisefuehrer behandeln z.B. nur die Suedinsel und ich habe einige in Australien kennengelernt, die gemeint haben dass sie nur in den Sueden fahren werden, da es im Norden eh nix sehenswertes gibt.

"Kiwi"-Warnung im Skigebiet (Tongariro) :-)

"Kiwi"-Warnung im Skigebiet (Tongariro) :-)

Mir hat die Nordinsel allerdings schon sehr gut gefallen. Klar, es ist – wie man oft hoert – nicht viel anders als Europa. Es gibt viiiiiel gruen, Berge, Seen, Waelder usw. Allerdings gibts auch wirklich sehenswerte und echt wahnsinns interessante Gegenden die man ansehen und Dinge die man machen kann!

Um flexibler zu sein und mehr sehen zu koennen hab ich mir ein Auto ausgeliehen. Das ist sooooo viel praktischer als mitm Bus!

Ich und mein Mietauto :-)

Ich und mein Mietauto :-)

Ich will hier mal auf meine drei Highlights der Nordinsel eingehen, da es sonst einfach zu viel zu schreiben (und zu lesen :-) ) waere.

Nummer drei: ROTORUA UND DIE STINKENDEN VULKANE

Rotorua ist die Gegend der Nordinsel, in der alles brodelt und stinkt ;-) Klingt aufs erste eher widerlich (so riechts auch oftmals) – ist aber sehr interessant. Ich hab mir „nur“ den Wai-o-Tapu – Park angesehen. Dort gibt es den beruehmten Lady Knox Geysir, der puenktlich um 10:15 jeden Tag zum „Wasserspucken“ anfaengt. Allerdings wird diesem Phaenomen chemisch nachgeholfen, was es dann wiederum nicht ganz so toll macht. Das habe ich allerdings erst im Nachhinein erfahren. Ausserdem gibts viel stinkende und brodelnde Schlammloecher, Wasserfaelle und Seen in allen Farben. Ich finde das muss man mal gesehen haben. Die Kraft, die dort unter der Erde herrscht ist Wahnsinn! Deswegen rappelts dort auch regelmaessig in Sachen Erdbeben (so wie kuerzlich mehrmals in Christchruch – auch wenn das weiter suedlich liegt).

Ach ja, das mit der kleinen Welt hatten wir doch schonmal, oder? Falls nicht – geh ich durch Wai-o-Tapu und wen treff ich: meinen Guide von der Rock-Tour (Uluru) in Australien… Ich wusste, dass sie auch nach Neuseeland fliegt, aber Neuseeland ist jetzt auch nicht sooo klein, dass man sich treffen MUSS – allein dieser Park ist schon riesig. Aber tja die Welt ist nunmal ein Dorf und bleibt ein Dorf!

In der Gegend um Rotorua kann man uebrigens ueberall Geysire und Schlammloecher anschaun sowie Schlammbaeder nehmen. Ausserdem gibts es dort zahlreiche „traditionelle“ Maori Doerfer, was mir allerdings zu touristisch war. Denn wenn schon taeglich Busladungen von Touristen dorthin gekarrt werden, kann es nicht „traditionell“ sein! Daher bin ich nach einer Sehenswuerdigkeit und einer Nacht weiter gezogen…

 Nummer zwei: TONGARIRO UND DAS TAL VON MORDOR

Mt. Doom ausm Herrn der Ringe - kurz nahezu wolkenlos ;-)

Mt. Doom ausm Herrn der Ringe - kurz nahezu wolkenlos ;-)

Das war mal wieder typisch. Da brauche ich eigentlich nur einen schoenen Tag auf der Nordinsel und was passiert – es ist bewoelkt wie wahnsinn! Da die Tage davor und danach alle noch schlechteres Wetter bieten sollten, habe ich sogar extra meinen Plan geandert. Und trotzdem hatte ich kein Glueck. Denn unerwarteterweise wurden die darauffolgenden Tage traumhaft – so wie eigentlich alle Tage an denen ich auf der Nordinsel unterwegs war! Aber gut, trotzdem war das Tongariro Crossing ein absolutes Highlight!  Ein traumhaft schoener Wanderweg direkt zwischen Vulkanen (Tongariro und Ngauruhoe) hindurch und an Vulkankratern (z.B. Red Crater) vorbei! Hammergeil! Dass dort der Herr der Ringe sein „Mordor“ gefunden hat konnte man wirklich nachvollziehen. Es sah genauso aus wie im Film. Kilometerweit nichts als Steppe und erkaltete Vulkanasche!

Emerald Lakes (Tongariro)

Emerald Lakes (Tongariro)

Es sind auf dem Weg uebrigens 19,5 km und ca. 800-1200 Hoehenmeter (kommt drauf an ob man weitere Gipfel erklimmt – z.B. den Mt. Doom, der eigentlich Mt. Ngauruhoe heisst) zu bewaeltigen. Auch von welcher Seite man startet hat Einfluss auf die Hoehenmeter, die zu bewaeltigen sind. Man kommt mindestens auf ziemlich genau 2000 m Hoehe – und man musste durch viiiiel Schnee :-). Fuer viele „noch-nie-Wanderer“ klingt das sicherlich heftig. Aber fuer Bayern, Oesterreicher und Schweizer, die das Wandern eher „gewoehnt“ sind, ist das nicht sonderlich abschreckend. Zumindest haben diese Einschaetzung zahlreiche Gespraeche bestaetigt. Alle Leute aus genannten Nationen sprachen von einem „sehr schoenen Wanderweg“. Und im Gegensatz dazu kann ich mich z.B. noch an das kraeftige Maedel im meinem Zimmer im Hostel erinnern, das vollkommen erledigt war als sie zurueckgekommen ist (einen Tag bevor ich aufgebrochen bin). Die hat mich richtig gewarnt vor der Wanderung – besonders die Stufen am Anfang seien die Hoelle!

Als ich dann hoch ging dachte ich immer wann kommen denn diese Hoellen-Stufen endlich (ich ging schon immer auf so Art Stufen) – und ploetzlich stand ich oben. :-) War echt lustig, denn direkt hinter mir war ein Oesterreicher und eine Schweizerin, die das Gleiche gehoert und sich das Gleiche gefragt haben. :-))

„Crossing“ heisst der Weg uebrigens, weil man nicht zum Ausgangspunkt zurueck geht sondern von einem Shuttle zurueckgebracht wird – es ist ein „One-Way“!

Rueckweg vom Tongariro - endlich schoene Aussicht

Rueckweg vom Tongariro - endlich schoene Aussicht

Und die Nummer eins: DIE GLUEHWUERMCHEN VON WAITOMO

Klingt nicht mehr ganz so spektakulaer – wars aber! Fuer mich war das der Knaller! Vielleicht gerade deshalb, weil ich mir nicht viel davon erwartet habe und weil ich sowas einfach noch nie gesehen habe! Schoene Vulkanlandschaften und brodelnde Loecher hab ich in Indonesien halt schonmal ein bisschen gesehen. Leider durfte man aber kein Foto machen…

Die Waitomo Caves liegen etwa 2,5 Autostunden suedlich von Auckland. Bei Waitomo gibt es unzaehlige Hoehlen, die man zum Teil auch fuer Hoehlen-Wanderungen, „Black-Water-Rafting“ (was laut einigen Leuten langweilig sein soll) usw. nutzt. Man kann im Grunde unzaehlige Touren buchen. Das „Highlight“ sollen die Glowworms sein – sagten mir zumindest einige Leute und hab ich auch gelesen. Also Ticket gekauft und dann gings rein in die Hoehle. Am Anfang eher langweilig – war halt ne Tropfsteinhoehle in der erst mal erklaert wurde was der Unterschied zwischen Stalagtiten und Stalagmiten ist (Laaaangweilig… :-) ). Nach ca. 45 Minuten gings dann ins komplette Dunkel (der Rest war beleuchtet) und rein in ein Boot fuer 15 Minuten Bootsfahrt durch die Glowworms.

Und das hat mich fast vom Hocker gehaun. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Man faehrt gemuetlich auf dem Boot dahin und ploetzlich erscheinen ueber einem hunderte – ach was tausende, aber tausende von kleinen Lichtern. In gruen/blauer Farbe! Diese Gluehwuermchen fliegen naemlich nicht, sondern haengen an der Decke (genauer gesagt die Larven haengen an der Decke) und lassen so ne Art Speichel nach unten haengen, der in der Dunkelheit leuchtet um Fliegen anzulocken! Das war dermassem beeindruckend… Am Anfang hat noch jeder ein bisschen gesprochen im Boot aber es wurde immer ruhiger und irgendwann war Totenstille! Da konnte man einfach nur noch staunen! Klar, das war auch touristisch ohne Ende (Busladungen…) aber trotzdem der Hammer!

Ansonsten hab ich den Mt. Taranaki (Berg mit weisser Spitze – war z.B. im „Last Samurai“), New Plymouth, Wanganui und Auckland angeschaut. Bei Auckland war ich aufm Rangitoto-Vulkan (auch ganz cool – besonders die Farne waren Super!) und werde noch nach Waikete Island fahren. War alles nett aber kein „Top-3-Highlight“. In Tauranga wollte ich ein „Highlight“ mitnehmen, aber das Deplhinschwimmen bzw. Whalewatching war aufgrund fehlender Tiere „nur“ ein schoener Segelausflug… Tja, dann versuch ichs nochmal in Kaikoura (Suedinsel) – da gibts ne Art Garantie, dass man was sieht…

Mt. Taranaki - West Neuseeland (ausm Last Samurai)

Mt. Taranaki - West Neuseeland (ausm Last Samurai)

So, jetzt vertreib ich mir in Auckland noch die Zeit.

Uebrigens fuer alle Fans des Herrn der Ringe (und falls ihr es noch nicht gehoert/gelesen habt): Der kleine Hobbit (beide Teile) werden ab Februar in Neuseeland gedreht. Einige Leute haben mir erzaehlt, dass die alten Sets zum Teil schon umgebaut werden – ich hab ausser Mordor noch kein Set gesehen (vieles liegt allerdings auch im Sueden). Das war DAS Thema hier in den letzten Tagen. Jeden Tag in Zeitung und Radio. Ein richtig krasses Politikum mit zahlreichen Debatten. Aber nun ist es entschieden – Ende 2011 (sofern ich das richtig verstanden hab) kommts evtl. schon im Kino…

Erstellt am Donnerstag 4. November 2010
Unter: Neuseeland | 3 Kommentare »

Admin | Reiseblog anlegen | Plane Deine eigene Weltreise