Kuala Lumpur (Malaysia) – Singapur
Der Abschied von Resi war natuerlich schmerzhaft, aber wir sehen uns ueber Skype bisher jeden Tag… :-)
Am Flughafen gab es allerdings nur wenige Traenen, da wir es geschafft haben, zunaechst zum falschen Flughafen zu fahren. Kuala Lumpur hat 2 – einer ist nur fuer die Billigfluglinien, die innerhalb Asiens fliegen (z.B. Air Asia) und dort hatten wir nichts verloren… Tja, schnell ein Taxi gebucht, zum Check-in gelaufen (der machte gleich nach uns dicht), zum Boarding gelaufen, schnell ein paar Abschiedstraenen und -kuesse und dann wars auch schon vorbei… Aber wir haben uns im Vorfeld schon ausfuehrlich verabschiedet (soweit das ging) und daher wars auch nicht ganz so schlimm.
Resi hatte wohl einen ziemlich katastrophalen Heimflug mit der Etihad Airways (ist zur besten Airline der Welt gewaehlt worden!!!). Der Flug ging schonmal frueher los als geplant, was ja nicht ganz so schlimm ist, aber da wir spaet dran waren wars fuer uns schon schlimm. Dann gings nach Abu Dhabi. Dort wurde der Flug zweimal verschoben und schliesslich wurden alle Passagiere nach Dubai verfrachtet, da dann doch kein Flug aus Abu Dhabi ging. Insgesamt war sie 35 Stunden unterwegs, ohne dass mal jemand auf die Idee gekommen waere, vielleicht ein Hotelzimmer fuer eine Nacht zu bezahlen. Echt das Letzte… Also ETIHAD AIRWAYS – NICHT ZU EMPFEHLEN!
Ich selbst war noch einen Tag in Kuala Lumpur und bin in mein typisches Urlaubsverhalten des Alleinreisens gefallen – Marschieren was das Zeug haelt. Insgesamt war ich wohl gute 10 km unterwegs… Irgendein Schalter wird in meinem Hirn immer betaetigt, wenn ich allein unterwegs bin. Der sagt „du darfst nicht stehen bleiben“. In der Frueh gings los mit den Petronas Towers, da ich auf die Skybridge wollte. Danach gleich weiter zum Busbahnhof, um den Bus fuer Singapur zu buchen. Danach was Essen, dann gleich weiter zu den Lake Gardens (ne Art riesen-grosser Stadtpark), dann nochmal zu den Towers um Fotos bei Nacht zu schiessen :-)
Dann nochmal Essen in Chinatown (ist einfach das beste Essen!) und rein ins Internetcafe, da ich dort wenigstens sitzen konnte.
Puuh, um 1 Uhr frueh war ich im Hotel und total KO! Wenn das so weiter geht lande ich bald im Krankenhaus mit Ermuedungsbruch oder so.
Am naechsten Tag konnte ich gut ausschlafen. Um 11:30 Uhr ging dann der Bus nach Singapur. Ich war natuerlich der einzige Touri an Board, was mir spaeter noch zum kleinen Verhaengnis werden sollte…
Der Bus war sehr luxurioes (nur 3 Sitze je Reihe) und sehr angenehm. Angekommen bei der malaysischen Grenze gabs erstmal den netten Ausreise-Stempel. Soweit so gut. Dann gings ein bisschen weiter und zur singapurischen Seite. Dort musste man alles aus dem Bus mitnehmen, weil es durch den Sicherheitscheck muss. Gut, Visaunterlagen ausgefuellt, Stempel geholt, Sicherheitscheck hinter mir und runter zum Bus – der war nicht da. Nach ca. 20 Minuten Warten machte ich mir die ersten Sorgen und ging zu einem aelteren Polizisten, der froh schien auch mal was gefragt zu werden – vielleicht kommen die Busse ja noch woanders an!? Er sagte, dass alle dort unten ankommen und ich noch ein bisschen warten soll. Wieder ca. 30 Minuten spaeter machte ich mir wirkliche Sorgen und ging wieder zu dem Kameraden. Diesmal holte er einen anderen Polizisten (sah nach seinem Chef aus – hatte auf jeden Fall viele Abzeichen) und der wollte erstmal mein Ticket sehen. Dann lachte er ein bisschen und sagte „I will help you – follow me“. Gesagt getan. Auf dem Weg zu einem anderen Bus erklaerte er mir dann, dass die Busse nur kurz warten, da der Grenzuebertritt ja theoretisch Stunden dauern kann. Also steigen die Leute dann einfach in einen anderen ein. Von Touristen wird oftmals noch Geld abgezockt, aber wenn ein Polizist dabei ist – „that helps“ und zwinkerte mir zu als er das gesagt hat. Und siehe da – es hat geholfen und ich war auf dem Weg nach Little India in Singapur… :-)
Angekommen im Hostel musste ich erstmal geschockt feststellen, dass ich in einem 18-Bett Zimmer untergebracht bin und nicht wie erhofft in einem max. 6 Bett-Zimmer. Allerdings habe ich mal wieder den ultimativen Beweis erlebt, dass die Welt ein Kuhdorf ist. Liegt doch im Bett neben mir die Englaenderin, die wir in Bali (Lovina) im Bus kennengelernt haben. Wahnsinn, diese Zufaelle, die es immer wieder gibt im Leben. Sie war 3,5 Wochen in Thailand und ist in einer krassen 25-Stunden Busfahrt in Singapur angekommen, von wo aus sie heimfliegen wird.
OK, die Nacht wird schon werden – erstmal lecker indisch essen (von Chinatown, Chinesen und chinesischem Essen hatte ich nach Kuala Lumpur erstmal genug), ein bisschen mit anderen Leuten aus dem Hostel gequatscht und ab ins Bett. War ja den ganzen Tag unterwegs und es war schon kurz vor 1 Uhr nachts. Und diese Nacht war der Wahnsinn! Bis 5 Uhr morgens kamen und gingen besoffene Englaender. Staendig Licht an – Licht aus. Die Faust hatte ich schon geballt unter der Bettdecke, aber andere Maedels haben es ganz gut mit Worten hingekriegt. Dann wieder Gegroele, Diskussionen, Beinahe-Schlaegerei – alles was das Herz begehrt… Oh mann, ich werde nie wieder ein Zimmer mit 17 anderen teilen – das schwoere ich!!! Aber die 4 Naechte hier, die ziehe ich durch!
Am naechsten Tag wollte ich dann erstmal den Bird Park in Singapur ansehen (das hattest du im Reisefuehrer markiert, Nina :-)…). Man faehrt allerdings ganz schoen lange, da er ziemlich weit ausserhalb der Stadt liegt. Naja, der Park ist halt wie ein Zoo und ich glaub ich war der einzige westliche Tourist dort… :-)
Am Abend wollte ich wieder indisch Essen und ging durch Little India auf der Suche nach einem Lokal. Dort stehen an jeder Strassenecke Restaurant-Vermittler und so liess ich mich von einem ueberreden, der mir 10% Discount angeboten hat. Dort angekommen setzte mich der Kellner an einen Tisch, wo schon ein Inder sass. Ich war erstmal unsicher, da ich nicht wusste, ob dem das Recht ist. Aber er schaute mich ganz freudestrahlend und erwartungsfroh an, so dachte ich mir dann OK, wird schon passen. Ich fragte ihn erstmal, ob er schon oefter da war und mir was empfehlen kann und so entwickelte sich ein echt amuesantes Gespraech. Er hiess Manish (keine Ahnung wie man das schreibt), kommt aus Neu-Dehli und arbeitet bei einer Bank in Singapur. Wir haben ueber 2 Stunden gequatscht. Ich weiss nun alles ueber Singapur, Indien und er alles ueber Deutschland (also zumindest hoffe ich das…). Und so wie jeder andere Asiate den ich bisher getroffen habe vergoettert er „Muller“, „Osssil“ und „Ballack“ ;-)
Danach ging ich noch ein bisschen shoppen. Wahnsinn, hier bekommt man wirklich ALLES gefaelscht, was es gibt auf der Welt. Am besten gefallen mir aber die Parfums: „Hogu Boos“, „Adibus“, „Gurci“, „Glucci“ – und so weiter und so fort… Zum Bruellen!
Am zweiten Tag gings ein bisschen auf Sightseeing und Shopping-Tour. Beim Wahrzeichen Singapurs, dem Merlion waren mal wieder Indonesier und fuer die war ich interessanter als das Wahrzeichen Singapurs. Ca 20 Frauen wollten unbedingt ein Foto mit mir haben – egal was im Hintergrund war. Auch hier war ich merkwuerdigerweise der einzige westliche Tourist weit und breit (wie ich das immer schaffe…). Auf jeden Fall hab ich diesmal sogar ein paar Fotos mit meiner Kamera machen lassen – sonst glaubt mir das ja keiner…
Shoppen kann man hier wie ein Wahnsinniger, aber es ist mir zum Glueck viel zu bloed, stundenlang durch Einkaufspalaeste zu marschieren. Jeder der schonmal hier war kennt die Orchard Road – denke ich – und weiss was ich meine. Auch Chinatown habe ich einen Besuch abgestattet und mich gleich mal von einer alten Chinesen-Oma ordentlich ueber den Tisch ziehen lassen. Das war auf jeden Fall das teuerste Essen bisher in Singapur. Tja, selbst schuld. Wenn nirgends die Preise stehen und ich vor der Bestellung nicht nachfrage verlangt die halt was sie will.
Am letzten Tag in Singapur war ich ein bisschen shoppen in Little India und Chinatown. Langsam haengt mir dieses Verhandeln aber dermassen zum Hals raus und ich bin echt froh, in ein Land zu kommen, wo man nicht staendig das Gefuehl hat ueber den Tisch gezogen zu werden (was ich hier definitiv wurde!). Wie meine Kollegin Andrea F. mal gesagt hat – sie fahert in kein Land, in dem sie als Tourist erkannt wird. Das kann ich mittlerweile gut verstehen, auch wenns manchmal ganz hilfreich ist, da die Touristen sich gegenseitig auch als Touristen erkennen und immer ein bisschen zusammenhelfen.
Morgen geht der Flug nach Australia und ich bin schon gespannt, was mich dort erwartet.
Erstellt am Montag 6. September 2010
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